18.06.2020 11:00 |

2,5 Millionen Euro

So reagiert Salzburgs Kulturszene aufs Hilfspaket

Heinrich Schellhorn (Grüne) hat am Mittwoch neue Hilfen für die Kulturszene in Salzburg präsentiert. Nach einer Bedarfserhebung bei 40 Kulturinstitutionen veranschlagt das Land zusätzliche 2,5 Millionen Euro an Förderungen. Fünf Millionen Euro sind nötig. Den Rest sollen Bund und Stadt aufbringen. Die Gespräche laufen noch.

So wird gefördert: Institutionen legen einen Antrag mit dem Corona-Minus in ihrer Bilanz vor. Danach erhalten sie einen Ausgleich aus dem 2,5-Millionen-Euro-Topf. Das Geld soll sehr schnell ausbezahlt werden. Und: „Wir unterstützen freie Künstler vor allem über die Aufstockung der Arbeitsstipendien“, sagt Schellhorn. Den Selbstständigen fallen damit 600.000 Euro aus dem Paket zu.
Die Violinistin Silvia Schweinberger ist eine davon: „Die Stipendien sind super. Aber bei den vergangenen Ausschreibungen erfuhr man nicht, warum ein Antrag abgelehnt wird.“ Und: Von einer großen Besserung ihrer Situation sei nichts zu spüren. „Ich brauche zehn Konzerte im Monat für meinen Lebensunterhalt. Im Juli habe ich zwei.“

Elisabeth Fuchs bekommt Zuschüsse für ihre Philharmonie und die Kinderfestspiele. Sie fällt unter die Kategorien „Orchester, Ensembles, Chöre“ und „Musikveranstaltungen“ für die jeweils 500.000 Euro bereitliegen. „Das Paket ist grundsätzlich total positiv.“ Aber: „Ob das Geld reichen wird, hängt davon ab, ob auch genug Gäste kommen.“

Spartenübergreifende Freude über die Hilfe
Schauspielhaus-Intendant Robert Pienz fällt unter die Kategorie „darstellende Kunst“ (400.000 Euro Förderung) und hat vor Besuchermangel keine Angst: „Wir haben mit dem Stück ,Ritter Kamenbert’ schon jetzt viele Gäste angelockt. Das wird so weitergehen!“ Das Paket sei anhand der Bedürfnisse der Branche entworfen worden, findet er. „Jetzt kommt es noch auf das Geld des Bundes an.“

Auch der Salzburger Regisseur Adrian Goiginger freut sich über 200.000 Euro zusätzliche Filmförderung: „So eine Aufstockung wäre auch in Zeiten ohne Krise wichtig. Die Förderungen schaffen Arbeitsplätze und das Geld bleibt ja im Land.“ Renate Wurm vom Mozartkino: „Wir verstehen uns als Kulturzentrum. Für diese stehen 150.000 Euro bereit.“ Seit der Schließung ihres Kinos hat sie einen Erlösverlust von rund 230.000 Euro. „Durch die Auszahlung der Jahresförderung des Landes und Kurzarbeit konnten wir das Schlimmste abfedern. Über die neue Hilfe freue ich mich.“ „Einrichtungen bildender Kunst“ fallen 30.000 Euro zu. Davon profitiert unter anderem der Salzburger Kunstverein. Für kleinere Kulturveranstaltungen ohne Jahresförderung sind zudem 120.000 Euro veranschlagt. 

Christoph Laible
Christoph Laible
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