18.05.2020 21:36 |

Mayers Wechsel fixiert

Vorschusslorbeeren für die neue Staatssekretärin

Anders als ihre glücklose Vorgängerin Ulrike Lunacek ist die neue Kulturstaatssekretärin in ihrem Bereich bestens vernetzt und anerkannt. Am Montagabend kürte der Vorstand der Grünen in einer Videokonferenz Andrea Mayer, bisher Kabinettsdirektorin bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen, zum Regierungsmitglied.

Das letzte Mal, als der erweiterte grüne Bundesvorstand im vergangenen November zusammentrat, ging es um den Einstieg in Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP. Jetzt muss, nach heftiger Kritik aus der Kulturszene, das erste Mitglied der türkis-grünen Regierung ausgetauscht werden. Nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Lunacek wurde Mayer offiziell als neue Kulturstaatssekretärin bestätigt.

Koglers Wunschkandidatin
Mayer war die Wunschkandidatin von Parteichef Werner Kogler - und sie wird mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Ganz anders als bei Lunacek ist von den Kulturschaffenden kein böses Wort zu vernehmen.

Mayer kommt zwar aus dem SPÖ-Umfeld, war zuletzt jedoch als Kabinettsdirektorin bei Bundespräsident Van der Bellen tätig. 1993 wurde sie Mitarbeiterin bei Rudolf Scholten im Bildungs- und Kulturministerium, später wechselte sie ins Wissenschaftsministerium. 2007 wurde sie von der damaligen Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) als Sektionschefin für Kunst bestellt. Im Jahr 2015 übernahm Andrea Mayer die Leitung der neuen Sektion Kunst und Kultur.

Im Jahr darauf hatte sie interimistisch die Leitung des Belvedere-Kuratoriums über. Weiters saß sie auch in diversen Aufsichtsgremien großer Kulturinstitutionen, so etwa bei den Salzburger Festspielen.

Entscheidungsfreudig und „kein Softie“
Die 58-jährige Mutter von Zwillingen gilt als bestens vernetzt und als anerkannte Kulturmanagerin. Mayer wird als krisenerprobt und entscheidungsfreudig sowie als harte Verhandlerin beschrieben. Ein Insider formuliert es so: „Sie ist kein Softie.“

Die Kulturszene traut ihr zu, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Insbesondere jetzt wisse sie, was zu tun sei, ist zu hören. Leicht wird es nicht. Die Unzufriedenheit bei den Künstlern ist groß, bei vielen auch die finanzielle Not. Sie wurden links liegen gelassen, lange gab es für sie in der Corona-Krise gar keine Perspektive. Dass die Kunst aber generell einen höheren Stellenwert, wie von vielen nun lautstark gefordert, bekommt, darf bezweifelt werden.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung/krone.at

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