19.04.2020 12:51 |

Sorgenfalten statt VCM

Konrad: „Wie mit 200 voll gegen die Wand“

Stille statt Spektakel: Die Reichsbrücke als Start des Vienna City Marathons bleibt zum geplanten Termin heute fast leer. Organisator Wolfgang Konrad kämpft trotz unsicherer Zukunft um den Lauf-Riesen.

Statt des Funkgeräts hat er heute um neun Uhr den Kaffeelöffel in der Hand. Stattdes Adrenalinkicks beim Anblick von 40.000 Läufernspürt er nur die Stille im Wohnzimmer. Statt des strahlenden Lächelns neben dem Sieger hat er nur Sorgenfalten im Gesicht. „Es geht mir echt besch...“, sagt Wolfgang Konrad.

Verständlich. Ein Jahr hatte der VCM-Macher mitseinem zwölfköpfigen Team auf den 19. April, die 37. Auflage des Spektakels, hingearbeitet - „dann kam das Aus, es war, wie kurz vor dem Ziel mit 200 gegen die Wand zu fahren“, schildert er die coronabedingte Absage vom 12. März. „Die wir bewusst so früh publik gemacht haben, damit unsere Teilnehmer Flüge und Hotels stornieren können.“

Fünf Monate davor schwebte man emotional auf Wolke sieben, trug der Weltrekordlauf von Eliud Kipchoge in der Hauptallee (im Bild oben) Bilder von Wien um die Welt. Dann fiel auch der Lauf-Riese, der Wien jedes Jahr 126.000 Nächtigungen bringt.„Das Radfahren hilft mir, nicht durchzudrehen“, so der Tiroler.

Hoffen auf Solidarität
Was die Absagebedeutet? „Wir leben noch, liegen aber auf der Intensivstation“,blickt er schwierigen Zeiten entgegen. „In denen diese Veranstaltung Solidarität benötigt, es geht um die Existenz!“Anfang Mai wird man den Teilnehmern ein Angebot bezüglich der Rückerstattung der Startgebühren unterbreiten, im Schnitt geht es um 61 Euro. Vielleicht lässt bis dahin auch die Stadtpolitik etwas von sich hören.

Florian Gröger, Kronen Zeitung

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