02.04.2020 14:21 |

„Null Verständnis“

ORF-Kurzarbeitspläne lassen die Wogen hochgehen

Dass auch der ORF nun die Covid-19-Kurzarbeit in Anspruch nehmen möchte, stößt vielen sauer auf - vor allem dem Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). Es sei „wohl kaum im Sinne der Allgemeinheit“, dass sich der ORF, der sich zu 65 Prozent aus Gebühren finanziere, „weitere Mittel vom Staat holen“ wolle, so Präsident Ernst Swoboda am Donnerstag. Auch die FPÖ zeigte „null Verständnis“. Die NEOS forderten Solidarität mit den Freien.

„Die Privatsender in Österreich sind aktuell mit Umsatzrückgängen von bis zu 80 Prozent konfrontiert und haben anders als der ORF so gut wie keine staatliche Unterstützung“, stellte Swoboda fest. „So wie fast alle Klein- und Mittelbetriebe kämpfen sie derzeit um ihre wirtschaftliche Existenz. Genau für solche Unternehmen in Not sind diese Fördertöpfe bestimmt, nicht für Unternehmen, die nur marginale Einbrüche verzeichnen.“

„Schamloser Griff in die Taschen der Steuerzahler“
Auch die FPÖ zeigte sich über das Vorhaben des ORF, der am Mittwoch ankündigte, in Teilbereichen für den Zeitraum von drei Monaten Kurzarbeit einführen zu wollen, empört. „Das ist ein völlig schamloser Griff in die Taschen der Steuerzahler und eine Verhöhnung der GIS-Gebührenzahler, speziell all jener, welche als Arbeitnehmer oder Unternehmer auf das Kurzarbeitsmodell zur Existenzsicherung angewiesen sind. Dafür habe ich null Verständnis“, so FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker.

Verwunderung bei den NEOS
NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter zeigte sich über die Pläne des ORF „verwundert“. Sie forderte Lösungen für freie Mitarbeiter und Selbstständige. Außerdem müsse der ORF „als gebührenfinanzierter Marktführer diese schwierige Phase nutzen, um der österreichischen Film- und Medienbranche unter die Arme zu greifen und weiterhin, soweit wie möglich, Produktionen durchzuführen und Projekte anzuschieben“, so Brandstötter.

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