Coronavirus in OÖ:

Stammkunden fordern Hausbesuche ihrer Friseure

Vor allem die ältere Stammklientel versucht derzeit trotz der strengen Coronavirus-Auflagen ihre Friseure zu privatem Haarstyling zu drängen. Doch so ein Service ist aufgrund des engen Körperkontakts beim Haareschneiden nicht nur gefährlich, sondern auch illegal: Bei Hausbesuchen drohen Strafen in Höhe von 3600 Euro.

Es ist schwer zu glauben, doch es gibt Landsleute, denen selbst in Zeiten der aktuellen Corona-Pandemie offenbar ihr Haarstyling das Allerwichtigste ist. „Ich bekomme laufend Anrufe besorgter Friseure, die von ihren Kunden teils massiv bedrängt werden, ihnen doch privat die Haare zu schneiden oder ihren Haarnachwuchs zu färben“, sagt Erika Rainer, WK-Innungsmeisterin der oö. Friseure.

Hohe Bußzahlung
Sie appelliert an alle Berufskollegen, sich keinesfalls auf solche Wünsche einzulassen: „Ich rate dringend davon ab, so etwas zu tun, es drohen wirklich saftige Strafen.“ Laut Rainer müssen ertappte Kollegen, die für Stammkunden kurzerhand den Salon aufsperren, mit bis zu 30.000 Euro Buße rechnen. Wer bei Hausbesuchen erwischt wird, dem würden 3600 Euro aufgebrummt. Das Ansteckungsrisiko vervielfacht sich natürlich, sollte ein Friseur tatsächlich mehrere Besuche hintereinander machen.

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Die glauben nach wie vor, das Corona-Virus wäre eine harmlose Geschichte!

Christian Kawecki, Friseurmeister aus Linz

Kein Pardon
„Das zahlt sich wirklich nicht aus, auch wenn viele jetzt vielleicht Existenzängste haben“, so die Innungsmeisterin, die darauf hinweist, dass laufend schon Kontrollen durchgeführt werden: „Es gibt bei schwarzen Schafen sicher kein ,Augen zudrücken’. Wird jemand erwischt, folgt rigoros die Anzeige.“

Kunden rufen privat an
Den Druck, vor allem von älteren Kunden, kann auch Friseurmeister Christian Kawecki vom Salon Christine K. am Linzer Froschberg bestätigen. „Am letzten Öffnungstag haben sich Kunden noch Privatnummern von Mitarbeiterinnen besorgt und inzwischen auch versucht, sie zu überreden, bei ihnen vorbeizuschauen und ihre Haare zu richten“, so Kawecki. Vielen sei der Ernst der Lage offenbar noch immer nicht bewusst: „Die glauben nach wie vor, der Corona-Virus wäre eine harmlose Geschichte!“

Wie hoch das Ansteckungsrisiko bei näherem Körperkontakt ist, zeigt auch der Fall einer Neuen Mittelschule in Schwertberg, wo 30 Schüler und Lehrer infiziert wurden. Dort und in acht weiteren Gemeinden herrschen jetzt verstärkte Beschränkungen. 

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Samstag, 30. Mai 2020
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