29.07.2010 14:32 |

Deponie in Neudorf

Laut Betreiber keine Ablagerung von gefährlichen Stoffen

Das Entsorgungsunternehmen AVE werde keine gefährlichen Stoffe in der geplanten Deponie in Neudorf bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) ablagern, hat Projektleiter Martin Schuster am Donnerstag klargestellt. Außerdem versicherte er, dass das Natura-2000-Gebiet nicht gefährdet werde. In den vergangenen Wochen hatten sich Land, Gemeinden und Bürgerinitiativen zusammengeschlossen, um gegen die geplante Reststoffdeponie vorzugehen.

Überwiegend Schlacke und Asche und somit keine gefährlichen Stoffe sollen in Zukunft in der Reststoffdeponie abgelagert werden - zumindest wenn es nach den Plänen der AVE geht. Das Genehmigungsverfahren laufe seit 1992, man habe das Projekt jeweils an die aktuelle Gesetzeslage angepasst, sagte Schuster. Im Jahr 2007 habe sich dann das Umweltministerium der Causa angenommen. Am 7. Juli wurde das Genehmigungsverfahren in verschiedenen Printmedien kundgemacht.

AVE sucht Dialog mit Bevölkerung
Seither besteht die Möglichkeit, im Amt der burgenländischen Landesregierung Einsicht zu nehmen und innerhalb von sechs Wochen eine Stellungnahme abzugeben. "Wir haben beschlossen, den Ausgang dieser Frist abzuwarten, bevor wir wieder aktiv werden", so der Projektleiter. Die AVE wolle nun mit den umliegenden Gemeinden und mit der Bevölkerung "in den Dialog treten", eine Einladung dazu habe man vor wenigen Tagen an die Gemeinden gesendet.

"Dieses Thema ist sehr sensibel, das ist uns bewusst. Aber wir sind ein verantwortungsbewusstes Unternehmen und legen größten Wert darauf, dass wir diese Sache auch transparent gestalten und hier Ängste nehmen können", versicherte Schuster.

"Keine negative Beeinträchtigung"
Die Bewohner würden von der geplanten Reststoffdeponie laut AVE nämlich nicht betroffen sein: "Es gibt selbstverständlich jede Menge Gutachten, die belegen, dass wir hinsichtlich Lärm und Luft keine negative Beeinträchtigung in der Gegend herbeiführen." Außerdem gebe es bereits Windparks, Baurestmassendeponien und Schottergruben in unmittelbarer Nähe. Die Deponie ist etwa 2,5 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt, die Anlieferung würde laut Schuster durch unbewohntes Gebiet erfolgen, beruhigte er.

13-Millionen-Euro-Projekt
Das Investitionsvolumen des Projekts beträgt 13 Millionen Euro. Die Deponie solle 700.000 Kubikmeter erfassen, das entspreche rund einer Million Tonnen Reststoffe, wovon "50 Prozent von eigenen Mengen und 50 Prozent von Drittmengen stammen, sagte Schuster. Diese Drittmengen würden ausschließlich aus dem Inland kommen.

SPÖ: Berlakovich soll Errichtung stoppen!
Zumindest die Gemüter gewissen SPÖ-Politiker konnte Schuster mit seinen Erläuterungen aber keineswegs beruhigen. Der burgenländischen Nationalratsabgeordnete Erwin Preiner und Landtagsabgeordneter Werner Friedl (beide SPÖ) forderten am Donnerstag Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) auf, "die Errichtung einer Reststoffdeponie in einem ökologisch sensiblen Gebiet umgehend zu stoppen".

Preiner kündigte diesbezüglich eine parlamentarische Anfrage an Umweltminister Berlakovich an, die klären soll, welche Position das Lebensministerium zum Projekt einnehmen werde. Der Standort der geplanten Deponien befindet sich im Natura-2000-Gebiet "Parndorfer Platte-Heideboden" - "umgeben von Naturschutzgebieten, dem Nationalpark Neusiedler See und dem UNESCO-Welterbe Neusiedler See-Fertö", so der Nationalratsabgeordnete. "Und genau hier soll in einem überdimensionierten Projekt von Arsen bis Zink alles landen", befürchtet Preiner.

Kritik übte Friedl, Bürgermeister im nahe gelegenen Zurndorf, an der Vorgehensweise der AVE Österreich GmbH und am Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft. Nur durch eine Bekanntmachung in diversen Zeitungen hätten die Bürger, Gemeinden und das Land Burgenland über den neuen Vorstoß, eine Reststoffdeponie in Neudorf zu errichten, erfahren.

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