23.03.2020 19:25 |

Köstinger im Interview

„Weitere Zivildiener können mobilisiert werden“

Im krone.tv-Gespräch mit Moderatorin Katia Wagner (siehe Video oben) betont Ministerin Elisabeth Köstinger, dass sich durch das Coronavirus die Lage im Gesundheitssystem, vor allem in der Pflege, verschärft hat. Um Engpässe in diesen Bereichen zu schließen, sollen in erster Linie zwar Freiwillige zum Zivildienst rekrutiert werden, es könne aber sein, dass weitere Zivildiener zwangsweise mobilisiert werden müssen.

Nicht nur würden ausländische Pflegekräfte aufgrund der Grenzschließungen ausbleiben, auch Infektionen im Gesundheitsbereich würden laut der Ministerin die Situation belasten. In einem ersten Schritt wurde deswegen der Dienst der aktiven Zivildiener um drei Monate verlängert, die das „System entlasten“ sollen. Bisher haben sich zusätzlich rund 2000 Freiwillige gemeldet, die sich bereit erklärt haben, nochmal zum Zivildienst anzutreten.

Ausländische Arbeitskräfte fehlen - Lebensmittelbereich sucht Mitarbeiter
Auch im Lebensmittelbereich würden durch die Grenzschließungen Tausende ausländische Arbeitskräfte fehlen. Um diese Stellen besetzen zu können, vermittelt das Ministerium auf www.dielebensmittelhelfer.at Personen, die aufgrund der Corona-Krise den Job verloren haben, mit Betrieben, die Mitarbeiter suchen. Ziel sei es, „Angebot und Nachfrage zu matchen“.

„Ich bitte, von Hamsterkäufen Abstand zu nehmen“
Die Lebensmittelversorgung sei jedoch gesichert. Aufgrund von Hamsterkäufen zu Beginn der Krise habe es zwar Probleme mit „Logistik und Distribution“ gegeben, es sei jedoch „immer genug auf Lager“. Die Ministerin rät daher von Hamsterkäufen ab.

Lehren für Globalisierung möglich
Auf die Frage, ob aufgrund der Corona-Krise nun vermehrt auch auf heimische Produktionen und weniger auf Importe gesetzt werden soll, führt Köstinger ins Treffen, dass die Landwirtschaft bereits „einen sehr hohen Eigenversorgungsgrad“ hat. Dass daraus in Sachen Globalisierung nun auch „Lehren“ für andere Branchen abgeleitet werden können, hält sie für sehr gut möglich, „da wir jetzt natürlich sehen, wie schwierig es ist, wenn man abhängig ist von anderen Staaten der europäischen Union, aus Asien oder den USA“.

Postpartner sollen wieder aufmachen
Für die Post spricht sich die Ministerin dafür aus, dass auch die Postpartner wieder aufmachen dürfen. Vor allem im ländlichen Raum sei das sinnvoll, um dem Versorgungsauftrag nachkommen zu können. Briefe und Pakete können kontaktlos übergeben werden.

Gewisser Wasservorrat sinnvoll
Köstinger betont, dass das Coronavirus nicht über das Wasser übertragen werden kann. Die Ministerin, in deren Zuständigkeit auch das Wasserwesen fällt, rät dennoch dazu, einen „gewissen Vorrat“ an Wasser immer zu Hause zu haben. Die Wasserversorgung sei allerdings sichergestellt.

Katia Wagner

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