Coronavirus in OÖ

„Als letzte Konsequenz ist eine Festnahme denkbar“

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl ärgert sich im Interview, dass einige wenige den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt hätten. Doch es gibt auch Positives: Die Kriminalität sinkt.

„OÖ Krone“: Die Polizei ist jetzt besonders gefordert! Es wird ständig kontrolliert, ob die Bevölkerung die Vorgaben der Bundesregierung einhält. Wie läuft das genau ab?

Andreas Pilsl: Bereits seit dem Wochenende sind alle Polizistinnen und Polizisten im Außendienst angewiesen, öffentliche Plätze verstärkt zu kontrollieren. Der 24/7-Einsatzstab in der Landespolizeidirektion ist mit den Bezirks- und Stadtpolizeikommanden mittels Videokonferenzen laufend in Kontakt. Es gibt eine Urlaubssperre, 4000 Polizisten stehen jetzt zur Verfügung.

Werden auch Lebensmittelgeschäfte bewacht?

Es geht darum, den lückenlosen Nachschub an Lebensmitteln zu gewährleisten. Aber auch andere Infrastruktur wird verstärkt überwacht. Bisher ist aber alles diszipliniert abgelaufen.

Halten sich die Oberösterreicher an die Vorgaben?

Einige wenige gibt es leider, die den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben. Da werden wir restriktiv vorgehen, dass das so nicht geht. Das können Anzeigen mit Verwaltungsstrafen bis zu 3600 Euro sein, aber auch Zwangsmaßnahmen.

Wird gleich gestraft?

Durch das Reden kommen die Leute zusammen. Wir wollen, dass durch unser Reden, die Leute ab sofort auseinander gehen. Wer den Ernst der Lage noch nicht erkannt hat und Anordnungen nicht nachkommt, wird angezeigt. Als letzte Konsequenz ist sogar eine Festnahme denkbar.

Es gibt kaum Meldungen zu anderen Delikten. Ist die Kriminalität gesunken?

Ja. Momentan ereignen sich etwa weniger Verkehrsunfälle oder auch Einbrüche. Der Grund liegt auf der Hand – die meisten Menschen bleiben zu Hause. Das ist aber auch schon das einzig Positive in dieser ernsten Lage.

Interview: Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Montag, 26. Oktober 2020
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