03.03.2020 06:00 |

Mit Helfern unterwegs

Corona: Die „Krone“ begleitet den Ärztenotdienst

Mehr als 2100 Tests und 18 Krankheitsfälle, etwa 350 Menschen sind in Quarantäne und ein deutscher Fußballfan legt ein Hotel lahm: Die „Krone“ begleitete den Ärztenotdienst. „Wenn ein Anrufer konkrete Symptome aufweist, in einer der gefährdeten Regionen war oder Kontakte zu einem Infizierten hatte, führen wir eine Testung durch“, sagte Dr. Alois Töglhofer, der die Einsätze koordiniert.

Montag 9.45 Uhr im dritten Wiener Gemeindebezirk, in der Zentrale des Ärztefunkdiensts: Telefone klingelten wild durcheinander, zwölf Mitarbeiter beantworteten mit Engelsgeduld alle Fragen. „Die Anrufer werden vorgefiltert, und bei tatsächlichen Corona-Symptomen gibt es eine Testung“, so Dr. Alois Töglhofer – dann ist es so weit: Erste Blaulichtfahrt um 10.04 Uhr mit Abfahrt in der Modecenterstraße, der Zielort ist eine Familienwohnung im zwölften Bezirk. Ein Fall für den erfahrenen Polizeiamtsarzt Serge Paukovics!

„Ein Mann war in Norditalien und hat Fieber, die Frau und ein Kind weisen ebenfalls Symptome auf“, so der Mediziner. Vor Ort legte der Doktor die Schutzkleidung an, betrat die Wohnung um 10.24 Uhr und nahm von den Verdachtsfällen Proben. Paukovics weiter: „Diese kommen ins Labor, die Ergebnisse werden alsbald vorliegen.“

Bis dahin sollen die Getesteten auf jeden Fall daheim bleiben! Erst bei positivem Ergebnis spricht die Behörde mit Bescheid die offizielle Quarantäne aus. Kaum hatte sich der Mediziner der Einwegschutzkleidung entledigt, diese nach Hygiene-Vorschriften entsorgt, folgte um 11.10 Uhr der nächste Einsatz im 15. Bezirk.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Österreich ist am Montag bei mehr als 2100 Tests auf 18 gestiegen, zudem sind 350 Menschen unter Quarantäne. Ebenfalls erkrankt, allerdings an einer „harmlosen“ Halsentzündung, ist indes Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Letzte Neuigkeiten von der „Virus-Front“: Schüler aus Italien, die das slowenische Gymnasium in Klagenfurt besuchen, dürfen nicht am Unterricht teilnehmen. Und in Tirol wurden 160 Mitarbeitern einer Firma aufgetragen, ihren Gesundheitszustand zu beobachten.

Ebenfalls behördlich „abgesondert“ sind 18 Hotelmitarbeiter in der Mozartstadt Salzburg: Ein Gast, wohl Frankfurter Fußballfan, der auch beim Match gegen die Bullen im Stadion gewesen sein soll, ist positiv. In Graz musste sogar die Polizeiwachstube Jakomini kurzzeitig gesperrt werden, weil ein Mann mit Corona-Verdacht in die Amtsstube spaziert war.

Appell der Ärzte: Bei verdächtigen Symptomen unbedingt zuerst die Notrufnummer 1450 wählen und den Vorgang besprechen!

Es berichten: Matthias Lassnig, Mark Perry, Kathi Pirker, Christian Ebeert, Markus Neissl und Dr. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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