21.02.2020 09:04 |

Gemeinsam gegen Hass

Tausende trauerten um die Terroropfer von Hanau

Tausende haben sich am Donnerstagabend im hessischen Hanau versammelt, um gemeinsam um die Opfer des Terrors von Hanau zu trauern und ein Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt zu setzen. In Berlin formten Trauernde eine Menschenkette um das Brandenburger Tor (siehe Video oben), bei der Berlinale wurde während der Eröffnung mit einer Gedenkminute der Opfer gedacht. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der nach Hanau gereist war, sowie Kanzlerin Angela Merkel verurteilten die Tat und Rassismus auf das Schärfste.

„Heute ist die Stunde, in der wir zeigen müssen: Wir stehen als Gesellschaft zusammen, wir lassen uns nicht einschüchtern, wir laufen nicht auseinander“, sagte Steinmeier am Donnerstagabend bei der Trauerfeier in Hanau. Zahlreiche Kerzen erhellten den Platz, Fotos der Opfer waren von Blumen umringt. Steinmeier nannte den Anschlag, bei dem ein 43-Jähriger neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen und anschließend seine Mutter und sich selbst getötet hat, eine „Terrortat“. „Denn das heißt doch Terror: durch Gewalt und Tod Schrecken zu verbreiten, Angst zu machen, uns auseinanderzutreiben.“

Der Bundespräsident, der von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet wurde, betonte: „Wir stehen zusammen, wir halten zusammen, wir wollen zusammen leben. Und wir zeigen es wieder und wieder. Das ist das stärkste Mittel gegen den Hass.“ Was in Hanau geschehen ist, „das macht uns fassungslos, das macht uns traurig, und es macht uns zornig“, sagte Steinmeier. Nichts könne den Angehörigen den Schmerz um verlorene geliebte Menschen nehmen: „Nichts kann diese sinnlose Tat erklären, und nichts wird sie ungeschehen machen können.“

„Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien“
Mehrere Hundert Menschen, unter ihnen etliche prominente Politiker, haben auch in Berlin am Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags von Hanau gedacht. Sie bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. Einige hielten Kerzen in den Händen und legten Blumen ab. Vereinzelt waren Europaflaggen zu sehen. Auf einem Schild stand zu lesen: „Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien.“

Zuvor hatten sich rund 20 Politiker verschiedener Parteien an den Händen gefasst und eine Schweigeminute abgehalten. Danach gingen sie geschlossen zum Bundestag zurück.

Gedenkminute bei Eröffnung der Berlinale
Mit einer Gedenkminute für die Opfer der Gewalttat von Hanau haben in Berlin auch die Internationalen Filmfestspiele begonnen. Zum Auftakt der 70. Berlinale sprach sich die Festivalleitung für Toleranz, Respekt, Offenheit und Gastfreundschaft aus. „Wir sind in unseren Gedanken bei den Opfern, bei den Familien in Hanau“, erklärte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. „Die Ereignisse haben uns sehr betroffen gemacht“, sagte Rissenbeek. Die Berlinale stehe für Freiheit, Toleranz und Respekt.

SPD-Vize Heil nennt AfD „geistige Brandstifter“
Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Hubertus Heil bezeichnete die rechtspopulistische AfD als geistige Brandstifter. „Wir müssen mehr Härte gegen Rechts zeigen in Deutschland“, sagte der Arbeitsminister am Rande einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Bluttat auf dem Hamburger Rathausmarkt.

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