Theater des Kindes:

Ein Orpheus mit E-Gitarre sucht „seine“ Eurydike

Theatermacher Henry Mason inszeniert im Linzer Theater des Kindes eine Neuerzählung des griechischen Heldenmythos „Orpheus“. Die Uraufführung holte sich großen Beifall. David Baldessari ist brillant als Sohn einer Muse, der sich in Eurydike verliebt. Der  junge Schauspieler legt ein beachtliches Bühnensolo hin!

Die Geschichte über Orpheus und Eurydike ist schon 3000 Jahre alt. Henry Mason legt den Kern der Story frei und spannt ihn ohne Übertreibung oder erzwungene Coolness in einen heutigen Rahmen. Und so ist Orpheus ein Scheidungskind. Sein Vater Apoll ist zwar noch Lichtgott, aber immer woanders unterwegs. Orpheus wächst bei acht kreativen Tanten auf, die bald entdecken, dass seine Musik selbst Ungeheuer zum Schlafen bringt. Kaum spürt der jugendliche Knabe die Liebe zu Eurydike, wird diese ihm durch einen Schlangenbiss genommen. Und er sucht sie in der Unterwelt.

Bis die Bäume blühen
Henry Mason führt Regie, macht auch die Ausstattung. Er kommt mit einem Rund aus Notenpapier am Boden aus, auf dem Terrain bietet er seinem Solisten E-Gitarre, Mischpult, Verstärker, Plattenspieler. Die Schauplatzwechsel werden durch Lichtstimmungen im Theaterrauch geschickt erzeugt und es genügt, die anderen Figuren als Stimmen zuzuspielen. Denn: David Baldessari spielt nicht Orpheus, sondern er ist es! Er taucht tief in die Künstlerseele des antiken Helden ein, der mit seiner Musik die Bäume aufblühen ließ. Er verliebt sich ganz ohne Kitsch, schwärmt respektvoll, trauert hart und mutig folgt er seiner Geliebten in die Hölle.

Held im Hier und Jetzt
Baldessari ist Erzähler mit gutem Tempo und er erlebt zugleich die Abenteuer, hingebungsvoll spielend, mitreißend in diesem Kosmos poetisch purer Gefühle! Der Funke springt rasch ins junge Publikum über. Er ist ein Held im Hier und Jetzt. Und so bangt man mit ihm mit und hält sich an der Kraft der Liebe und der Musik fest. Ein tolles Stück!

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Sonntag, 05. April 2020
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