23.01.2020 10:59 |

Skurriles Video

Mitten im Parlament: ÖVP-Abgeordneter zählt Geld

Der ÖVP-Abgeordnete Peter Haubner hat am Mittwoch für eine skurrile Szene gesorgt, als er während einer Sitzung im Parlament ein Bündel Geldscheine zählte. Fernsehkameras filmten zufällig die seltsame Aktion des Salzburgers, Twitter-User stellten die Aufnahmen kurze Zeit später ins Internet. Dort sorgte der Clip für viele Lacher und Spekulationen darüber, welche Geldscheine Haubner zählte und warum er eine so große Menge Bargeld bei sich hatte.

Laut dem ÖVP-Parlamentsklub handelte es sich bei der Aktion um harmloses Geldzählen für ein Abschiedsgeschenk. Auf „Krone“-Anfrage gab man am Dienstag zwar zu, dass die Aktion „unglücklich“ aussehe, Haubner jedoch nur Geld für eine langjährige Servicekraft gezählt habe, die bald in Pension gehe. Insgesamt soll es sich um gerade einmal 230 Euro gehandelt haben.

Im Netz findet nichtsdestotrotz eine lebhafte Debatte darüber statt, ob es sich bei dem Bündel gar um 50er- oder 100er-Scheine handeln könnte und wie hoch der Betrag insgesamt sei, den Haubner, der auch Klubobmann-Stellvertreter des ÖVP-Parlamentsklubs ist, auf seiner Abgeordnetenbank zählte. Sogar Nationalratsabgeordneter Thomas Drozda (SPÖ) retweetete das Video und stellte die Frage, ob es sich um „verfassungsrechtlich abgesichertes Bargeld“ handle.

Im Zuge der Bekanntgabe von Tätigkeiten und der Offenlegung von Einkommen hatte Haubner im November 2019 angegeben, mehr als 10.000 Euro im Monat zu seinem Abgeordnetengehalt dazuzuverdienen. Der langjährige Nationalratsabgeordnete ist laut Firmenbuch Komplementär der „Haubner & Haubner KEG“, einem Unternehmen für Werbe- und Messewesen in Salzburg.

ÖVP wollte Recht auf Bargeld in der Verfassung
ÖVP und FPÖ hatten erst im September 2019 einen Antrag im Parlament eingebracht, der das Recht auf Bargeld in der Verfassung verankern sollte. Der Abänderungsantrag scheiterte schließlich, weil er nicht die nötige Zweidrittelmehrheit erreichte.

„Dieser Antrag war mit Verfassungsrechtsexperten abgestimmt und mit der FPÖ akkordiert. Uns ist diese Verankerung wichtig, weil die Verwendung von Bargeld für viele Menschen in Österreich selbstverständlich ist, und dem wollen wir im Sinne der Wahlfreiheit Rechnung tragen“, sagte ÖVP-Nationalratsabgeordneter Wolfgang Gerstl damals.

Martin Grob
Martin Grob
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