07.01.2020 15:38 |

Test startet Ende 2020

Schwefel-Akku bringt Handys mit 5 Tagen Laufzeit

Während Smartphones in den letzten Jahren bei den Kameras und Prozessoren enorme Fortschritte gemacht haben, hat sich in puncto Akkulaufzeit vergleichsweise wenig getan. Weltweit forscht man deshalb intensiv an besseren Stromspeichern, und Forscher des Fraunhofer Instituts für Material- und Stahltechnik in Deutschland haben nun gemeinsam mit Kollegen aus Australien einen Lithium-Schwefel-Akku entwickelt, mit dem ein Handy immerhin fünf Tage durchhalten soll.

Immer noch kein Vergleich zu den Laufzeiten klassischer Tastatur-Handys, die vier Wochen Standby aus einer einzigen Akkuladung holten. Im Vergleich zu den höchstens zwei, drei Tagen, die man aus heutigen Smartphones holt, wären fünf Tage Laufzeit aber schon ein signifikanter Fortschritt.

Erdacht haben den Fünf-Tage-Akku, der aus Lithium und Schwefel besteht, Forscher der australischen Monash University in Melbourne. Den Prototyp hat das deutsche Fraunhofer Institut für Material- und Stahltechnik entwickelt, das schon Erfahrung mit Schwefel-Akkus hatte. Größte Schwierigkeit bei der Entwicklung war laut einem „t3n“-Bericht, die schnelle Entladung und große Ausdehnung der Kathoden unter Kontrolle zu bringen. Gelungen ist das mithilfe einer Technologie, die in den Siebzigern zur Optimierung von Waschpulver erfunden wurde.

Elektroautos mit 1000 Kilometern Reichweite
Das Endprodukt mit einer speziellen „Brückenstruktur“, die dafür sorgt, dass alle Bauteile korrekt verbunden sind und genug Oberfläche für die chemische Reaktion im Akku bereitsteht, ist ziemlich vielversprechend. Ein Smartphone könnte mit dem Akku bei gleicher Größe fünf Tage mit Strom versorgt werden, bei Elektroautos könnte die neue Technologie die Reichweite bei gleicher Akkugröße auf 1000 Kilometer erhöhen, so die Forscher.

Interessant könnte der Schwefel-Akku aus ökosozialer Perspektive werden: Während heute in Akkus oft Kobalt steckt, der aus „Blutminen“ in Afrika stammt, könnte mit Schwefel in Zukunft ein kostengünstiges und leicht zu beschaffendes Material als Kobalt-Alternative zur Verfügung stehen. Bis zur Marktreife wird es allerdings noch dauern: Ende des Jahres will man in die Testphase gehen, Investoren haben bereits 2,5 Millionen australische Dollar für die Entwicklung zugesagt. Bis der neue Super-Akku beim Endverbraucher ankommt, werden aber wohl noch Jahre vergehen.

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