20.12.2019 15:03 |

Drei Stunden Nebel

Kriechmayr gewinnt Chaos-Super-G von Gröden

Bravo, Vincent Kriechmayr! Unser ÖSV-Speedass war am Freitag im Super-G von Gröden der Schnellste und siegte hauchdünn vor dem Norweger Kjetil Jansrud (+0,05 Sekunden) und dem Deutschen Thomas Dreßen (+0,22). Der Wermutstropfen: Es war ein Chaos-Rennen, das wegen Nebels erst nach drei Stunden des Wartens und Verschiebens neu gestartet werden konnte. 

Nach etlichen Nebel-Unterbrechungen durfte Vincent Kriechmayr im Super-G von Gröden doch noch jubeln. Der 28-jährige Oberösterreicher setzte sich am Freitag auf der verkürzten Saslong 0,05 Sekunden vor dem Norweger Kjetil Jansrud und dem Deutschen Thomas Dreßen (0,22) durch. Hinter Dominik Paris (0,36) fuhr der nicht ganz fitte Hannes Reichelt (0,38) als zweitbester Österreicher auf Rang sechs.

Starker Nebel
Immer wieder ins Grödnertal einziehender Nebel ließ Kriechmayr lange zittern. Der Bewerb wurde nach vier und 20 Läufern jeweils lange unterbrochen. Erst knapp dreieinhalb Stunden, nachdem der erste Läufer ins Rennen gegangen war, war der zweite Saisonsieg von Österreichs Speed-Herren nach Matthias Mayer amtlich. Nach 48 Läufern wurde das Rennen schließlich doch abgebrochen. Mit seinem dritten Karriere-Erfolg im Super-G übernahm Kriechmayr auch die Führung im Gesamtweltcup um 48 Punkte vor Alexis Pinturault.

Der nach Magen-Darm-Problemen gezeichnete Reichelt überraschte mit der sechstschnellsten Zeit. „Gestern Nachmittag habe ich noch Durchfall gehabt“, erzählte Salzburger, der laut eigener Aussage drei Kilo verlor. Eine Leistung, die „besser als erwartet“ ausfiel, gab dem Routinier Zuversicht für die am Samstag (11:30 Uhr) angesetzte Abfahrt.

Welle unterschätzt
Da will es auch Mayer (0,59), der bei schlechter Bodensicht eine Welle unterschätzte, auf der Saslong wieder besser machen. „Ich habe die Welle bei der Besichtigung nicht so arg im Kopf gehabt“, meinte der Super-G-Sieger von Lake Louise. Der mit Startnummer 35 gestartete Stefan Babinsky und Christian Walder holten als ex aequo 20. (+1,10) gute Weltcup-Punkte, die Max Franz nach verpatzter Fahrt als 36. verwehrt blieben.

Für Kriechmayr reichte es nach einem dritten und siebenten Platz im dritten Saison-Super-G zum großen Wurf. „Für das viele Lob, habe ich noch sehr wenig erreicht“, hatte er sich vor dem Rennen noch zu sehr gelobt gefühlt. Am Freitag sollte er erneut lobende Worte einheimsen. „Der Vinc ist die Ciaslat wie aus einem Guss gefahren“, meinte Reichelt.

Und auch der knapp zweitplatzierte Jansrud (Sieger 2014, 16), der gemeinsam mit seinem Landsmann Aksel Lund Svindal die Gröden-Rennen zuletzt dominiert hatte, witterte einen Eindringling in sein Revier: „Es sieht so aus, dass die Österreicher in mein Schlafzimmer hineinkommen. Nach den USA, wo ich normalerweise immer stark bin, freue ich mich über Rang zwei aber sehr.“

Hier das Ergebnis :

„Eine schwierige Warterei“
Letztlich klang auch Kriechmayr nach der mit 1:13,84 Minuten sehr kurzen Fahrt versöhnlich: „Es war eine gute Leistung. Auf die bin ich sehr stolz“, sagte er nach seinem ersten Gröden-Podest überhaupt. Er hatte im knapp vor dem Abbruch stehenden Bewerb - „eine schwierige Warterei“ - stets die sportliche Fairness im Auge gehabt. „Es war ein irrsinnig schwieriges Rennen auch für die Verantwortlichen. Ich bin natürlich froh, dass es so ausgegangen ist.“

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