18.12.2019 06:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Enns: Ärger über nicht barrierefreien Bahnhof

Eigentlich sollte Barrierefreiheit im Jahr 2019 selbstverständlich sein. Nicht so am Bahnhof Enns (OÖ). Dort schaffen es die ÖBB seit Jahren nicht, alle Bahnsteige barrierefrei zugänglich zu machen. Was zum Beispiel für Menschen im Rollstuhl bedeutet, nicht ohne Umweg in die Landeshauptstadt Linz fahren zu können!

„Endstation!“, heißt es für Rollstuhlfahrer, Menschen, die mobilitätseingeschränkt oder alleine mit dem Kinderwagen unterwegs sind am Bahnhof in Enns. Nämlich dann, wenn es darum geht, die Bahnsteige 2 und 3, von wo aus Züge nach Linz fahren, zu erreichen. Barrierefrei sind das Bahnhofsgebäude selbst sowie der Bahnsteig 1, auf dem Züge unter anderem Richtung St. Valentin (NÖ) abfahren. Die Bahnsteige 2 und 3 erreicht man nur über Stiegen, Lifte gibt es keine.

Ein Umstand, den sowohl Ingeborg Baumgartner und Gottfried Kneifel vom Ennser Seniorenbeirat als auch die Stadt Enns seit etlichen Jahren kritisieren. „Auch rechtzeitig zur Landesausstellung im Jahr 2018 wurde versucht, eine Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zu erwirken“, heißt es aus dem Stadtamt. Doch alle Appelle an die ÖBB, den Bahnhof der 12.000-Einwohner-Stadt gänzlich barrierefrei umzubauen - so wie es in den vergangenen Jahren bei anderen Bahn-Haltestellen Richtung Linz sehr wohl möglich war -, verhallen seit mehr als 13 (!) Jahren.

Barrierefreier Umbau startet frühestens 2023
Laut ÖBB läuft die Ausbau-Planung, um Aufzüge, eine neue Wegeleitung usw. zu errichten. Der Baubeginn sei derzeit für 2023, die Fertigstellung für 2025 geplant. Bis dahin rate man Betroffenen, auf den Bahnhof in St. Valentin, den Bus oder andere öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Ein schwacher Trost: Zumindest Rollstuhlfahrern wird kein Aufpreis für den Umweg verrechnet. Und was ist mit allen anderen betroffenen Fahrgästen?

Vorschläge, die die Senioren-Vertreter schlicht als Verhöhnung empfinden. „Außer dem Bus, der nicht immer barrierefrei ist, gibt es keine Öffi-Alternative zum Zug. Die Fahrt über St. Valentin ist trotzdem ein Umweg, der für Menschen mit Handicap eine Zumutung ist“. Stimmt!

 Ombudsfrau
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