13.12.2019 16:20 |

„Bin Weihnachtsmann“

Hacker sprach über Überwachungssystem mit Mädchen

Mit einer Überwachungskamera wollte eine US-Amerikanerin für Sicherheit ihrer beiden Töchter sorgen, weil sie als Krankenschwester oft Nachtdienste machen muss - und hat damit unwissentlich einem fremdem Eindringling Tür und Tor geöffnet. Ein Hacker verschaffte sich Zugang zum System und sprach sogar mit einem achtjährigen Mädchen. Er behauptete, der Weihnachtsmann zu sein.

Eine Horrorvorstellung aller Eltern wurde für Ashley LeMay aus der US-Stadt Memphis vor Kurzem Realität: Die zweifache Mutter hatte am Black Friday ein Überwachungssystem der Marke „Ring“ erstanden, mit dem sie die Aktivitäten ihrer beiden Töchter im Kinderzimmer verfolgen kann. Durch ein Mikrofon und einen Lautsprecher ist es auch möglich, per App am Smartphone zu kommunizieren. Ein Feature, das sich nur wenige Tage nach dem Kauf als äußerst bedenklich herausstellte.

Die kleine Alyssa war gerade im Vorzimmer, als sie Musik aus ihrem Zimmer hörte - sie dachte zuerst, dass ihre Schwester im Zimmer sei. „Ich ging nach oben und hörte ein Geräusch, wie einen Knall. Da habe ich gefragt, wer das ist“, schilderte die Achtjährige die Erlebnisse gegenüber dem TV-Sender WMC5.

Hacker: „Ich bin der Weihnachtsmann“
„Ich bin dein bester Freund“, antwortete der Unbekannte. „Ich bin der Weihnachtsmann“, setzte der Eindringling noch eins drauf: „Ich bin der Weihnachtsmann, willst du nicht meine Freundin sein?“ Das Mädchen war jedoch misstrauisch - und rief nach ihrer Mutter. Der Vater, der zu diesem Zeitpunkt auf die Kinder aufpasste, stürmte schließlich ins Zimmer und schaltete das Überwachungssystem aus.

„Die Hacker hätten zusehen können, wie sie schliefen und sich umziehen. Ich meine, sie hätten alle möglichen Dinge sehen können“, sagte die Mutter dem TV-Sender. „Ehrlich gesagt, mein Bauchgefühl sagt mir, dass es entweder jemand ist, der uns kennt, oder jemand, der ganz in der Nähe ist.“ Die Familie will das System nun zurückschicken.

Weiterer Vorfall: Frau in eigenem Schlafzimmer geweckt
Es ist nicht der einzige Vorfall mit Produkten der Marke Ring. In der Metropole Atlanta weckte ein Hacker eine Frau auf, als diese gerade in ihrem Bett schlief. Eine Männerstimme klatschte in die Hände und schrie durch den Lautsprecher: „Wach auf! Ich kann dich in deinem Bett sehen, wach verdammt nochmal auf!“ Eine Freundin des Opfers veröffentlichte den gruseligen Vorfall, der vom System auch aufgezeichnet wurde, auf Twitter (siehe oben).

Ring: Hacker bekommen Login-Daten von externen Diensten
Das Unternehmen Ring betont in einem Statement an krone.at, dass man die Sicherheit der Geräte ernst nehme. „Unser Sicherheitsteam hat diesen Vorfall untersucht und wir haben keine Hinweise für ein unbefugtes Eindringen in unsere Systeme oder eine Gefährdung des Netzwerks von Ring gefunden“, so ein Sprecher der Firma. Man habe aber bei einem ähnlichen Vorfall herausgefunden, dass sich Hacker die Zugangsdaten einzelner Nutzer über einen separaten, externen Dienst erhalten haben, der nichts mit der IT-Infrastruktur von Ring zu tun habe.

Derselbe Username und Passwort für verschiedene Apps ist Risiko
Dies sei möglich gewesen, weil derselbe Benutzername und Passwort für mehrere Dinste verwendet wurde. Man habe die unerwünschten Eindringlinge aussperren können und die Nutzer informiert. Mam empfehle den Kunden, eine Zwei-Faktor-Athentifizierung zu verwenden, um solche Vorfälle zu vermeiden. Für jeden Login bekommt man einen Code auf das Handy geschickt, der zusätzlich eingegeben werden muss - ähnlich wie beim Online-Banking.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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