Eigentlich hatte niemand mit dem historischen Sieg und dann schon gar nicht mit einem Erfolg ohne Gegentor gerechnet. Nach dem Schlusspfiff war der Jubel daher unbeschreiblich.
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In den Online-Diensten der Schweizer Medien herrschte die pure Euphorie. "Sensation! Einfach Geilson", titelte die Boulevardzeitung "Blick" unter Anspielung auf den Vornamen Gelson des Goldtorschützen Fernandes, der mit fünf Jahren von den Kapverdischen Inseln in die Schweiz kam und Deutsch mit leicht französischem Akzent spricht. Und Diego Benaglio wurde als der "coolste Goalie der Welt" gefeiert.
Standing Ovations im Schweizer Parlament
Vor dem Spiel war noch im Schweizer Bundeshaus ein Antrag gescheitert, die gerade laufende Sitzung des Parlamentes wegen des Spiels zu unterbrechen. Doch nach dem Tor hielt es die Abgeordneten nicht mehr auf ihren Plätzen und sie eilten vor die Fernseher, viele mit roten T-Shirts und Schals. Nach dem Sieg gab es stehende Ovationen für die "Nati", wie die Nationalmannschaft liebevoll genannt wird.
War das Fußball-Fieber vor Beginn des Spiel der Schweiz in allen Landesteilen noch verhalten - nur wenige Autos waren mit Schweizer Fahnen geschmückt - so änderte sich das am Mittwochabend nach dem Sieg der "Alpenfestung", wie es ein Fan formulierte, schlagartig.
Fans im Freudentaumel
In Bern feierten die Fans ihre Helden trotz strömenden Regens. Dutzende hupende Autos und Mopeds kreisten durch die Innenstadt. Obwohl es kein großes Public Viewing gibt, zog es viele Anhänger nach Spielschluss auf den Bundesplatz, wo sie mit Hupkonzerten und Fahnen schwenkend feierten. Die Polizei ließ die Fans gewähren, obwohl der öffentliche Verkehr blockiert war. In zahlreichen Klubs und Lokalen in der Innenstadt floss das Bier in Strömen.
In Zürich war vor allem auf der Langstraße viel los. Die Buslinie 32 konnte das Gebiet nicht mehr passieren. Die Fans feierten den Sieg mit Schlachtgesängen, viele sahen die helvetischen Kicker bereits als Weltmeister. Auch um den Hauptbahnhof Zürich fanden Siegesfeiern statt, nachdem im Hof des Landesmuseums ein gut besuchtes Public Viewing zu Ende ging. In Chur und in Lausanne kam kurz nach Spielschluss der Verkehr zum Erliegen.
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