21.11.2019 06:54 |

Unwetter in Kärnten

Feld am See: Schwerstarbeit für Kärntner Pioniere

Ein Dutzend Wohnhäuser in Feld am See bleibt gesperrt: Riesige Felsen drohen vom Mirnock ins Tal zu stürzen. Gestern stand fest: Eine Sprengung klappt nicht. Jetzt ruht alle Hoffnung auf den Pionieren des Heeres, die heute in mühsamer und gefährlicher Handarbeit die Felsbrocken zerkleinern sollen.

Katastrophenreferent Daniel Fellner erhielt gestern die Zusage vom Bundesheer, dass heute, Donnerstag, Pioniere aus Villach versuchen werden, jene Felsen zu zerkleinern, die vom Mirnock auf Feld am See zu stürzen drohen. „Eine extrem gefährliche Arbeit in schwierigstem und steilem Gelände“, so Fellner.

Die ursprünglich ins Auge gefasste Sprengung der Felsen kann nicht erfolgen, weil Trümmer ebenfalls die darunter liegenden Gebäude gefährden würden. Viele Bürger können daher nicht in ihre Häuser zurück, sie haben in Hotels Aufnahme gefunden, die im November eigentlich geschlossen haben. So auch im Lindenhof von Hans Nindler: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, zu helfen.“

Krems: Gemeindeamt nach Mure evakuiert
Auch in Krems bleibt die Lage angespannt. Das Gemeindeamt musste nach einer „Megamure“ evakuiert werden. Hänge drohen weiterhin abzustürzen, Gärten sind verschlammt, Straßen gesperrt, Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. „Eine 83-Jährige musste von der Bergrettung aus der Innernöring geborgen werden. Zu ihrem Bauernhof sind alle Wege verschüttet“, so der Kremser Bürgermeister Johann Winkler.

Schlammmassen donnerten in Platz bei Gmünd direkt in das Haus der Familie Unterzaucher. „Kurz vor der Lawine arbeitete mein Sohn Robert noch in der Holzhütte, von der jetzt nichts außer ein Trümmerhaufen übrig ist. Die Lawine riss auch die Hausmauer mit. Unser Gebäude musste evakuiert werden“, sagt Christiane Unterzaucher mit Tränen in den Augen. Spittals Bezirkshauptmann Klaus Brandner: „Es ist eine Katastrophe! Besonders betroffen sind die Orte Stockenboi und das Mölltal. Sonnseitig gibt es keinen Berghang, wo es kein Ereignis gegeben hat.“

Bundesheer und Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Heute werden weitere betroffene Ortschaften mittels Hubschrauber abgeflogen, Landesgeologen gehen jeden einzelnen Hang ab und entscheiden, welche Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Elisa Aschbacher
Elisa Aschbacher
Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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