13.11.2019 17:04 |

Viele raten ab

„Original Play“ Österreich will weitermachen

Rund drei Wochen nach ersten kritischen Berichten über den Verein „Original Play“, bei dessen Kursen fremde Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen rangeln und spielen, ist der Österreich-Ableger in Wien in die Offensive gegangen. Bei einem Medientermin waren der umstrittene Gründer Fred Donaldson und Vorstandsmitglieder dabei. Mehrfach wurde betont, dass es in Österreich keine Beschwerden gibt.

Die Statements am Podium fielen langatmig aus. So schilderten die Vorstandsmitglieder unter anderem, wie sie selbst zu „Original Play“ gekommen sind. Zudem wollten die Vereinsmitglieder ihre Spielmethoden mit anwesenden Journalisten demonstrieren, allerdings zeigten sich keine Medienvertreter dazu bereit.

„Geschenk der Schöpfung an alles Leben“
Zu Wort meldete sich bei der Pressekonferenz auch Gründer Donaldson. Der US-Amerikaner will seine Methode vor 46 Jahren entwickelt haben, indem er Kinder beim Spielen beobachtet hatte. Ein Vierjähriger habe ihm dabei geholfen und ihm vermittelt, dass beim Spielen alle gleich seien. „Original Play“ sei „ein Geschenk der Schöpfung an alles Leben“ und „universell“, außerdem „dekategorisiert es Menschen“ und „ersetzt Angst mit Liebe“, sagte der selbst ernannte Spielexperte.

De facto gibt es aktuell keinerlei Angebot mehr von „Original Play“ in Österreich. Bildungsministerin Iris Rauskala untersagte bereits vergangene Woche den in ihre Zuständigkeit fallenden Bundesschulen de facto den Einsatz des Vereins „Original Play“ - und rät anderen pädagogischen Einrichtungen in einem Erlass „dringend“ davon ab. Explizit verboten wurden Tätigkeiten des Vereins in Niederösterreich, auch das Wiener Rathaus empfahl allen Einrichtungen die Einstellung, die Volksanwaltschaft leitete ein Prüfverfahren ein.

Der Verein will trotz aller Kritik weitermachen und Gespräche mit dem Bildungsministerium und den Bildungsdirektionen führen.

 krone.at
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