11.11.2019 11:37 |

Gebäude gesperrt

Feuerteufel bei Brand in Nordbahnhalle am Werk?

Am Wochenende sind die noch bestehenden Reste der Wiener Nordbahnhalle in Flammen aufgegangen. Die IG Nordbahnhalle, die sich für den Erhalt des Gebäudes als Kulturzentrums eingesetzt hat, hält Brandstiftung für wahrscheinlich: „Uns fehlt jegliche Vorstellungskraft, wie die Halle ohne Fremdeinwirkung abbrennen konnte“, hieß es am Montag.

„Der Strom war gekappt, es wurden keine Chemikalien oder Ähnliches gelagert, es hat in den letzten Tagen geregnet“, konstatierte die Initiative und fordert nun eine penible, transparente und lückenlose Untersuchung des Brandes. Man bleibe jedenfalls dabei, dass Wien dringend gemeinwohlorientierte Räume für Nachbarschaft, Kultur und Soziales brauche: „Jetzt liegt es an der Stadtplanungspolitik, für einen Ersatz der 1350 Quadratmeter großen Halle zu sorgen.“

Man engagiere sich seit über einem Jahr für den Erhalt der Nordbahnhalle, wurde betont. Insgesamt rund 4500 Unterschriften habe man für den Erhalt gesammelt. Die Nordbahnhalle bringe alle Voraussetzungen für ein „Stadtlabor“ mit.

„Schockiert und bestürzt“
Seit Anfang Oktober habe die IG Nordbahnhalle darauf gedrängt, dass die Halle nach dem Teilabriss gesichert und verbarrikadiert werde, um Vandalismus zu verhindern. Zuletzt hätten die ÖBB, Eigentümer des Areals, „endlich die notwendige Sicherung vorgenommen“. Es sei also nur schwer möglich gewesen, in die Halle zu gelangen: „Ende der Woche waren wir vor Ort, um die Sicherung der Halle zu überprüfen. Wir sind schockiert und bestürzt über diese Brandkatastrophe, die nun Fakten schafft und eine für die Stadtplanung unliebsame Debatte mit hoher Wahrscheinlichkeit beendet.“

Gebäude derzeit nicht betretbar
Zu Ursache und Hergang des Feuers in der Nordbahnhalle in Wien-Leopoldstadt gab es seitens der Polizei am Montag noch keine neuen Erkenntnisse. Die Brandermittlungen werden vom Landeskriminalamt (LKA) Wien geführt. Dies sei ein üblicher Vorgang bei Bränden, hieß es. „Aufgrund der stark beeinträchtigten strukturellen Integrität des Gebäudes und der einhergehenden statischen Gefahrenmomente kann das Gebäude derzeit von den Ermittlern nicht betreten werden“, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Die Ursachenerforschung werde demnach „noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Laut Feuerwehrsprecher Gerhard Schimpf gibt es vorerst aber keine Hinweise auf Brandstiftung.

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Großes Stadtentwicklungsprojekt
Das betreffende Objekt war einst ein Lager. Vor rund zwei Jahren wurde der Hallenkomplex zum temporären Kulturzentrum umfunktioniert. Das Nordbahnhofgelände gehört zu einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Auf der Fläche entstehen Wohnungen und Parkanlagen.

Dort wo die Nordbahnhalle stand - bzw. deren Reste stehen -, soll etwa ein Wohnhochhaus errichtet werden. Auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie O soll über die betreffende Fläche geführt werden.

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