24.10.2019 06:01 |

Nach Philippa-Rauswurf

FPÖ: Nun geht‘s auch Ex-Vizekanzler an den Kragen

Nach dem Ausschluss von Philippa Strache sieht Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger auch die Zeit für eine „klare Trennung“ der Partei von ihrem Ehemann, Ex-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache, gekommen. „Die letzten Handlungen waren nicht so, dass man sagen kann, man findet einen Weg zurück“, sagte Abwerzger.

Dezidiert für einen Parteiausschluss des momentan suspendierten, langjährigen Bundesparteiobmanns wollte sich Abwerzger zwar nicht aussprechen, denn es liege nun an der Wiener Landespartei, über die nächsten Schritte zu entscheiden. „Wien prüft das“, so der Tiroler FPÖ-Chef.

„Es gibt kein Halten mehr“
Doch nach den „notwendigen Konsequenzen“ für Philippa Strache gebe es seiner Ansicht nach auch in Bezug auf ihren Ehemann „kein Halten mehr“. Seit der Suspendierung Straches sei die Situation bzw. das Verhältnis der Partei zu diesem jedenfalls „nicht besser, sondern schlechter“ geworden, führte Abwerzger unter anderem diverse Facebook-Einträge Straches an.

Ehepaar Strache bei FPÖ in Ungnade gefallen
Das Ehepaar Strache ist bei der FPÖ mit Parteichef Norbert Hofer zuletzt immer weiter in Ungnade gefallen. Die Mitgliedschaft in der Fraktion hatte die FPÖ Philippa Strache schon Tage vor der ersten Parlamentssitzung verwehrt. Daher saß die ehemalige Tierschutzbeauftragte am Mittwoch als fraktionslose Abgeordnete in der letzten Reihe des Parlaments. Der Parteiausschluss wurde von Hofer ausgesprochen und muss noch vom Parteivorstand bestätigt werden. Ein Sprecher sagte, dass der Ausschluss dennoch sofort wirksam sei.

Gegen Heinz-Christian und auch Philippa Strache ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft. Heinz-Christian Strache soll private Rechnungen auf Kosten der Partei abgerechnet haben. Er und seine Frau bestreiten die Vorwürfe. Die Spesen-Affäre und das Ibiza-Video dürften die bedeutendsten Gründe für das Wahldebakel der rechten Partei gewesen sein. Die FPÖ stürzte am 29. September um fast zehn Prozentpunkte auf 16,2 Prozent ab.

Philippa Strache rechnet mit Ex-Parteikollegen ab
Philippa Strache hatte auf der Wiener Landesliste der FPÖ kandidiert und ein Mandat errungen. Die Partei wollte der 31-Jährigen den Weg ins Parlament nicht freimachen, wurde aber dann von der Landeswahlbehörde dazu gezwungen. Am Dienstag gab Strache bekannt, dass sie das Mandat annimmt. „Die Verleumdungen der letzten Wochen und die daraus resultierende öffentliche Diskussion, zu der zu meiner großen Enttäuschung in großem Ausmaß ehemalige Parteifreunde beigetragen haben, waren kränkend, verletzend und angesichts der Dimension verbreiteter unwahrer Behauptungen schlichtweg verwerflich“, hieß es in ihrer Mitteilung.

Facebook-Account gelöscht
Nicht zuletzt diese Stellungnahme zeigte, wie tief die Gräben zwischen der FPÖ und dem Ehepaar Strache inzwischen sind. So hatte die Partei zuletzt den Facebook-Account ihres Ex-Chefs mit dessen 780.000 Followern stilllegen lassen. Heinz-Christian Strache hatte nach dem Wahldebakel mitgeteilt, dass er keine politischen Ämter mehr anstrebe.

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