Sündteure "Selecao"

Simbabwe zahlt trotz bitterer Armut Brasilien 650.000 €

Fußball
01.06.2010 10:05
Das bitterarme Simbabwe zahlt für zwei Spiele der brasilianischen Nationalmannschaft die stolze Summe von 800.000 Dollar, das sind ungefähr 650.000 Euro. Der Tourismusminister des ostafrikanischen Staates, Walter Mzembi, der das Geschäft mit Brasiliens Fußballverband aushandelte, verteidigte die große Summe mit dem Werbeeffekt für sein Land. "Wir spielen immerhin gegen den wahrscheinlichen Sieger der WM 2010", sagte Mzembi am Montag in Harare.

Nach Protokollen von Sitzungen zwischen Ministerium und dem Fußballverband Simbabwes hatte Brasilien zunächst 1,3 Millionen Dollar für die Spiele gegen die Nationalmannschaften Simbabwes und Tansanias verlangt. Zwei Drittel der jetzt vereinbarten Summe übernehmen Sponsoren, ein Drittel zahlt die Regierung.

Kein Geld für Schulen
Zwei Millionen Menschen des Zwölf-Millionen-Einwohner-Staates sind auf Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland angewiesen. Das Land wird seit 30 Jahren von Robert Mugabe regiert. "Simbabwes Prioritäten sind verrückt", kritisierte der Politikprofessor John Makumbe. Schulen hätten keine Bücher, Krankenhäuser keine Medikamente, aber für ein Fußballspiel gebe es genug Geld. "Wo ist das Gewissen dieser Regierung?"

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