07.10.2019 11:26 |

Eigenes Sturm-Stadion?

Finanzlandesrat: „Ich muss Spielverderber sein“

Dieses Match wird am Verhandlungstisch entschieden! Braucht die Murmetropole ein zweites Fußballstadion? Die Vereine sagen ja. Die Politik ist defensiv. Die „Krone“ hat alle Verantwortlichen zum großen Stadiongipfel einberufen. Und nein, es war nicht „Brutalität pur“, sondern eine faire und konstruktive Diskussion. Das Resultat: Die „Spielvereinigung“ SK Sturm/GAK ist nicht chancenlos!

Es klingt wie ein Märchen: Früher hatten Sturm und GAK ihr eigenes Stadion. Aber das war einmal. Dort, wo einst das Casino-Stadion stand, steht jetzt eine Siedlung. Und von der Gruabn ist auch nicht mehr viel übrig. Heute spielt dort der GSC, der Grazer Sport Club - in der untersten Liga.


Die großen Grazer Vereine übersiedelten 1997 in das damals neue Liebenauer Stadion. So groß die Rivalität zwischen Sturm und GAK auch ist, in einem sind sich die Vereine einig: Das war ein Fehler!

„Gerade in kleinen Ligen ist ein eigenes Stadion eine wichtige Geldquelle für die Vereine!“, macht Sturm-Präsident Christian Jauk den Ankick. Und GAK-Präsident Harald Rannegger nimmt den Ball auf: „Andere Vereine machen mit ihren Stadien Umsatz, für uns ist es ein riesiger Kostenfaktor.“

„Ich muss leider ein Spielverderber sein“
Sportlandesrat Anton Lang (SPÖ) zeigt Verständnis: „Ich war 27 Jahre Obmann eines Fußballvereins (des SV Hinterberg, Anm.).“ Er sei jedoch auch Finanzlandesrat: „Und als solcher muss ich leider ein Spielverderber sein.“ Auch Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) sagt: „Kurz- bis mittelfristig ist ein zweites Grazer Fußballstadion unrealistisch - so ehrlich muss man sein, auch zu den Fans.“

Liebenau wird um viel Geld modernisiert
Die Stadt will die Merkur-Arena weiter modernisieren. Auch wenn viele Stadionbesucher meinen, sie hätten davon nicht viel mitgekriegt (Kritik gibt es an den Metallsitzen und der Gastro) - fast 15 „Mille“ werden in Summe investiert (z. B. in die „Nordkurve“ und den Ausbau des VIP-Clubs). 

Sturm will Stadion für sich
Der SK Sturm würde Liebenau liebend gerne für sich alleine haben. Und bietet einen Deal an: Der Verein kriegt das Stadion, die Stadt Graz dafür einen zweistelligen Millionenbetrag. Doch daraus wird nichts. Denn was wäre dann mit dem GAK? Dass der sich in ein Sturm-Stadion einmietet - auf Dauer undenkbar! Und Weinzödl ist zu klein und auch nicht ausbaufähig.

Jauk greift an: „Warum werden in anderen Städten neue Stadien gebaut, nur in Graz nicht?!“ Man wäre „gesprächsbereit“, wenn die „Schwoazen“ ein Grundstück hätten und „ein Finanzierungs- und Betriebskonzept“ vorlegen, sagt Hohensinner. Lang nickt. „Diesen Steilpass nehme ich gerne auf“, kontert Jauk.

Eine „schwarze Wand“?
Was wäre, wenn Sturm die Gruabn zurückkauft und ausbaut? Die alte Holztribüne steht zwar unter Denkmalschutz, aber auf der gegenüber liegenden Seite wäre doch Platz für eine große Tribüne für, sagen wir, 15.000 Zuschauer - eine, in Anlehnung an die Dortmunder Fantribüne, „schwarze Wand“. Ein Traum! Dass so ein Projekt in einem Wohngebiet in der heutigen Zeit genehmigt wird, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

Realistischer wäre ein Neubau auf der grünen Wiese. Z. B. auf der „Olympiawiese“. Das ist ein großes unverbautes Grundstück im Süden der Stadt, beim neuen Murkraftwerk, das einem Landwirt gehört und schon bei den zwei (gescheiterten) Olympia-Bewerbungen als Standort für ein Stadion im Gespräch war.

Nur ein Luftschloss? Man wird sehen Eines aber ist fix: Die „Krone“ bleibt in Sachen Stadion am Ball!

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