ÖSV kassiert Debakel

Streif-Triumph! Franzoni ist „König von Kitzbühel“

Ski Alpin
24.01.2026 12:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Was für ein Teufelskerl! Italiens Shootingstar Giovanni Franzoni schnappte sich am Samstag den Sieg auf der legendärsten und gefährlichsten Abfahrt der Welt. Die Österreicher erlebten beim Klassiker ein historisches Debakel, Vincent Kriechmayr kam als bester ÖSV-Athlet nicht in die Top-10 (+1,48 Sekunden) und wurde nur 13.

Hinter Triumphator Franzoni landete der Schweizer Marco Odermatt (+0,07), der weiter auf seinen ersten Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt warten muss, auf Rang zwei. Dritter wurde der französische Überraschungsmann Maxence Muzaton (+0,39).

Giovanni Franzoni
Giovanni Franzoni(Bild: AP/Gabriele Facciotti)

Kriechmayr „zu taktisch“
Aus rot-weiß-roter Sicht fuhr bei der legendären Hahnenkamm-Abfahrt erstmals kein Österreicher in die Top-10. Außerdem ging die Sieglos-Serie in der Abfahrt weiter, der bis dato letzte Triumph von Kriechmayr in Soldeu im März 2023 ist bereits 1046 Tage her. Kriechmayr ging die Steilhang-Einfahrt und Traverse laut eigener Aussage „zu taktisch“ an, sagte der Vizeweltmeister nach seiner 100. Weltcup-Abfahrt im ORF enttäuscht. „Überall ein bissl was, sehr schade. Ich hätte mir schon mehr vorgenommen.“ Kriechmayr wird auch die kommende Abfahrt in Crans Montana auslassen, damit er bei Olympia in Bormio „wieder gescheit am Ski“ steht.

Vincent Kriechmayr
Vincent Kriechmayr(Bild: GEPA)

Raphael Haaser (+1,69) verpasste die Top-20 genauso wie Stefan Babinsky (+2,04), das Duo hatte tags zuvor im Super-G noch die Plätze vier und drei belegt. Daniel Hemetsberger rutschte nach guten Teilzeiten im Lerchenschuss aus, vermied aber einen Sturz.

Hier der Endstand:

Schwarzenegger, Ibrahimovic und Stenmark im Publikum
Vor den Augen von etwa 50.000 Zuschauern, darunter internationale Prominenz wie Arnold Schwarzenegger, Zlatan Ibrahimovic und Ingemar Stenmark, legte Franzoni mit Startnummer zwei auf der im Vorfeld entschärften Streif vor. Denn der Sprung in die Alte Schneise wurde noch abgegraben und der Radius um 1,5 Grad reduziert. Athletensprecher Alexis Monney aus der Schweiz hatte die Rennleitung auf eventuell zu weit gehende Sprünge hingewiesen. Im Training waren die Läufer bei Schönwetter über 40 m weit gesegelt.

Der Streckenrekord (1:51,58 Min.) von Fritz Strobl aus dem Jahr 1997 wackelte auch bei der Fahrt von Super-G-Sieger Odermatt nicht. Der Weltcup-Gesamtführende musste sich am Ende um eine Kleinigkeit geschlagen geben und blieb nach seinem 100. Podestplatz noch länger mit gesenktem Kopf im Zielraum stehen. „Heute gab es für mich nur den Sieg. Alles andere, das wusste ich im Vorhinein, wird eine Enttäuschung sein“, sagte Odermatt. Damit blieb dem Ausnahmekönner die goldene Gams auch bei der 86. Ausgabe des Hahnenkamm-Rennens verwehrt. Landsmann Franjo von Allmen, Sieger in Gröden, fuhr ebenfalls lange um den Sieg mit, verpatzte aber die Traverse und verpasste die Top-10.

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