Rekordsieger im Adelboden-Riesentorlauf, Rekordsieger der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen in der Weltcup-Ära: Marco Odermatt dringt auch im Olympiawinter fast wöchentlich in neue Ski-Sphären vor. Doch der ganz große Traum ging in der Abfahrt von Kitzbühel auch in diesem Jahr nicht in Erfüllung. Selbst sein 100. Podestplatz im Ski-Weltcup kann den Schweizer am Samstag nicht trösten.
„Ich wollte nur den Sieg, alles andere ist am heutigen Tag eine Enttäuschung“, erklärte Odermatt gegenüber dem „ORF“ nach dem Rennen. Dass der Schweizer mit seiner Performance am Samstag nicht unzufrieden war, frustrierte ihn umso mehr: „Ich habe Franzonis Fahrt am Start gesehen und wusste, es braucht heute eine perfekte Fahrt. Und die ist mir eigentlich auch gelungen. Eigentlich hat alles perfekt geklappt – deshalb schmerzt es umso mehr, dass wieder ein paar Hundertstel gefehlt haben“, so der Ausnahme-Athlet.
Wieder hat es nicht geklappt. „Bei jedem Athleten steht diese Gams ganz oben auf der Wunschliste“, erklärte Odermatt am Freitag noch seine große Sehnsucht. Die traditionelle Kitzbühel-Abfahrt fehlt Odermatt noch auf seiner schier endlosen Erfolgsliste. 2023 übertrieb er es im Steilhang, 2024 biss er sich an einem überragenden Cyprien Sarrazin zweimal die Zähne aus. Im Vorjahr gewann er den Super-G und verbrauchte laut Eigenaussage zu viel Energie.
„Ist kein Trost für mich“
Der Freitag in Kitzbühel ist ein langer Tag, gerade wenn man erfolgreich ist. Deshalb verordnete er sich in diesem Jahr, nach dem erneuten Super-G-Sieg, eine Art emotionalen Shutdown. „Ich lasse weniger Emotionen zu.“ Und doch: der große Triumph in der Abfahrt blieb wieder aus.
Dass er so nebenbei seinen 100 Podiumsplatz einfahren konnte, war für Odermatt an diesem Tag aber kein Trostpflaster. „Natürlich ist das eine tolle Marke, aber das tröstet mich heute nicht. Ich hätte diese Marke gerne mit einem Abfahrtssieg in Kitzbühel gefeiert.“
Franzoni als Spielverderber
Giovanni Franzoni avancierte zum großen Spielverderber. Sieben Hundertstel trennten den großen Dominator im Zielraum vom Shootingstar aus Italien – und damit von der Erfüllung seines großen Traumes. Auf den ersten Blick in Richtung Anzeigetafel folgte die große Enttäuschung.
Noch gezeichnet von den Strapazen des Rennens schüttelte der Schweizer seinen Kopf, klopfte sich mit den Händen ungläubig auf den Helm. Auch wenn er sich nachher als fairer Sportsmann zeigte und Franzoni gebührend gratulierte – die Enttäuschung war dem 28-Jährigen deutlich anzusehen.
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