04.10.2019 05:48 |

11 Millionen Euro

Banksys Schimpansen für Rekordsumme versteigert

Das britische Parlament von Affen bevölkert - für dieses Werk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy ist bei einer Auktion in London die Rekordsumme von 9,8 Millionen Pfund (11,06 Millionen Euro) erzielt worden. Bei der 13-minütigen Versteigerung gingen die Gebote für das Ölgemälde aus dem Jahr 2009 am Donnerstag rasant nach oben, wie das Auktionshaus Sotheby‘s erklärte.

Die Identität des Käufers von „Devolved Parliament“ („Dezentralisiertes/Delegiertes Parlament“) wurde nicht bekanntgegeben. Auf dem 2,5 Meter hohen und 4,2 Meter breiten Ölgemälde sitzen Schimpansen statt Politikern auf den grünen Bänken des britischen Unterhauses. Sotheby‘s hatte den Wert im Vorfeld auf 1,5 bis zwei Millionen Pfund geschätzt.

Die nun erzielte Summe bedeutet einen Rekord für ein Werk des britischen Künstlers, dessen Identität unbekannt ist. Der bisherige Rekordpreis für ein Banksy-Werk lag bei umgerechnet 1,7 Millionen Euro, die 2008 bei einer Auktion in New York erzielt wurden.

„Schade, dass es nicht mehr mir gehört“
Auch der Künstler selbst äußerte sich am Donnerstag zu der Versteigerung. „Rekordpreis für ein Banksy-Gemälde bei einer Auktion heute Abend aufgestellt“, schrieb der Künstler auf Instagram. „Schade, dass es nicht mehr mir gehört.“ Banksy hatte das Bild 2011 verkauft.

„Werk heute relevanter als jemals zuvor“
„Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor“, hatte Sotheby‘s vor der Auktion erklärt. Banksy habe die „kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft“ in nur einem einzigen Bild destilliert, schwärmte Alex Branczik, der bei Sotheby‘s für zeitgenössische europäische Kunst verantwortlich ist. „Was wir in den vergangenen Wochen und Monaten im Unterhaus gesehen haben, ist zu einer täglichen Seifenoper geworden.“ Mit dem Gemälde zeige Banksy den Rückschritt der ältesten parlamentarischen Demokratie in eine Welt von „tribalistischem, animalischem Verhalten“.

Monumentales Gemälde vor rund 10 Jahren geschaffen
Das monumentale Gemälde, das mehr als vier Meter lang und zweieinhalb Meter hoch ist, wurde vor rund zehn Jahren geschaffen und war erstmals 2009 in einer Ausstellung in Bristol zu sehen. Damals hieß es noch „Question Time“ („Fragestunde“). Der Künstler arbeitete es später um. Unter anderem ließ er die Lampen an der Decke verlöschen. Die Banane, die ein Affe im Vordergrund in der Hand hält, zeigt nun nach unten statt nach oben. Kurz vor dem ursprünglich geplanten Brexit-Datum am 29. März war es erneut in einer Ausstellung in Bristol zu sehen.

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er-Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven.

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