Belasteter Nachwuchs

Anwälte fordern mehr Hilfe für Scheidungskinder

Wenn Paare sich trennen, bedeutet das für alle Betroffenen eine große Herausforderung. Besonders für die Kinder ist das ein einschneidendes Ereignis, das erst verarbeitet werden muss. Kinder- und Jugendanwälte plädierten am Mittwoch in Linz für die Nachbesserung der Kinderrechte bei Obsorge- und Kontaktregelungen.

Mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche jährlich sind österreichweit von einer Scheidung oder Trennung ihrer Eltern betroffen, in Oberösterreich sind es 6000.

Viel Leid
Für den Nachwuchs ist die Verarbeitung der elterlichen Konflikte fast immer von großen Schmerzen begleitet. „Glückliche Scheidungskinder gibt es nicht“, sagt der Berliner Psychologe und Buchautor Claus Koch. Diese benötigen dann vermehrt Zuwendung und Sicherheit.

Entwicklung gefährdet
Besonders schlimm ist es, wenn Eltern keine gütlichen Lösungen für die Obsorge- und Kontaktregelung finden, die den Kindern wieder Stabilität im Alltag bringt.
„Die Kinder werden zwischen unverrückbaren Fronten der verbittert streitender Eltern aufgerieben und leiden unter Verlustängsten und Loyalitätskonflikten“, sagt Oberösterreichs Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. Je länger das dauert, desto mehr sei deren gesunde Entwicklung gefährdet.

Rechtliche Nachschärfungen
Winkler-Kirchberger und ihre Kollegen plädieren nun für gesetzliche Nachschärfungen bei Kinderrechten. Beispielsweise sollte die verpflichtende Bestellung eines Kinderbeistandes gesetzlich vorgeschrieben werden.Und für Eltern sollte zu Beginn jedes Pflegschaftsverfahrens standartmäßig ein Clearing-Gespräch durch die Familiengerichtshilfe erfolgen.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Jürgen Pachner
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