19.09.2019 10:42 |

Ermittlungen laufen

Spionageverdacht: Airbus-Mitarbeiter im Fokus

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt im Zusammenhang mit zwei Rüstungsprojekten wegen Spionageverdachts gegen Mitarbeiter des europäische Flugzeugbauers Airbus. Einige Mitarbeiter dürften in den Besitz geheimer Akten der deutschen Bundeswehr gekommen sein, in denen es offenbar unter anderem um die Beschaffung eines Kommunikationssystems geht.

Etwa zwanzig Angestellte des Konzerns wurden einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge am Dienstag umgehend freigestellt. Akten und Computer seien beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft München teilte mit, bei Airbus wegen möglichen Missbrauchs von Kundendokumenten zu ermitteln. Es werde ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Mitarbeiter des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns geführt, hieß es.

Bundeswehr leitete disziplinarrechtliche Schritte ein
Nach Angaben der „Bild“-Zeitung leitete auch die Bundeswehr disziplinarrechtliche Schritte gegen einen Mitarbeiter ein. Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner sagte, Airbus müsse „jetzt sofort reinen Tisch machen und aufklären. Im normalen Wirtschaftsleben wäre ein Unternehmen im Falle eines solchen schwerwiegenden Verdachts sofort von einer Ausschreibung auszuschließen.“

Unternehmen informierte die Behörden
Auch Airbus bestätigte den Vorgang. Das Unternehmen informierte die Behörden nach eigenen Angaben „proaktiv über den möglicherweise rechtswidrigen Umgang einzelner Mitarbeiter mit Kundendokumenten“. Eine interne Prüfung mit Unterstützung einer externen Anwaltskanzlei dauere an. Der Fall stehe im Zusammenhang mit „zwei künftigen deutschen Beschaffungsprojekten der Programme Line Communications, Intelligence and Security“.

Das zuständige Ministerium wurde am Dienstag ebenfalls darüber informiert, dass sich das Unternehmen im Besitz von Planungsdokumenten zu zwei künftigen Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr befindet. Es bestehe der Verdacht, dass sich Mitarbeiter die Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr beschafft hätten. Der Konzern habe den Sachverhalt auch der Staatsanwaltschaft München mitgeteilt, wurde bestätigt. Zu weiteren Einzelheiten des Verdachts wollten sich Konzern und Staatsanwaltschaft nicht äußern.

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