Ein kurioser Fund beschäftigt aktuell das Bundeskriminalamt und gleichermaßen die Behörden im fernen Indien. Freiliegend auf einer „Gstettn“ in Wien-Liesing wurde ein prunkvoll bearbeiteter Pfeiler entdeckt, der offenbar aus einem Tempel im Süden des Subkontinents stammt.
Abbrucharbeiten von Lagerhallen im 23. Wiener Gemeindebezirk förderten das Kulturgut kürzlich zutage, der Pfeiler lag offen auf einer Grünfläche. Schnell war klar, dass es sich dabei um ein besonderes Stück handeln muss: Auf der Oberfläche des rund 550 Kilogramm schweren Granits sind kunstvoll gemeißelte Reliefs sichtbar – flache Erhebungen, die verschiedene Figuren darstellen. Nur: Was tun mit dem Ungetüm?
Kunstkrimi mit vielen offenen Fragen
Experten nahmen den massiven Stein unter die Lupe, parallel dazu wurde auch das Bundeskriminalamt hinzugezogen. Immerhin lag der Verdacht nahe, dass das Objekt auf illegalem Weg nach Österreich gelangt ist. Die Ermittlungen brachten jedenfalls folgende Erkenntnis: Sachverständige in Indien vermuten, dass der Pfeiler aus dem 18. bis 19. Jahrhundert stammt und ursprünglich Teil einer kleinen Tempel-Struktur war – einem offenen Vorraum oder Pavillon traditioneller südindischer Tempel.
Der Fund wird der Region Tamil Nadu, bekannt für ihre Hindu-Tempel im sogenannten Dravida-Stil, zugeordnet. Der Pfeiler wurde offenbar illegal aus Indien geschmuggelt, möglicherweise mit gefälschten Dokumenten und falscher Herkunftsbezeichnung, und gelangte so an die Donau. Wer hinter dem Kunst-Coup steckt, war vorerst völlig unklar. Die Ermittlungen laufen aber noch.
Rückführung eingeleitet
Die indische „Idol Wing CID“ – eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von Kultur- und Hehlerei – hat indes offiziell die Rückführung des Pfeilers nach Tamil Nadu angefordert. Und auch die indische Botschaft in Wien ist mittlerweile in den Fall involviert. Heimische Behörden haben bestätigt, dass sie bereit sind, das Artefakt den indischen Vertretern zu übergeben. Besser früher als später, wie aus Insider-Kreisen zu hören ist – immerhin fallen für das Ungetüm mittlerweile hohe Lagerungskosten an ...
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