Österreicherin in Gaza
Täglich Schussverletzungen trotz Waffenruhe
Angelique Lung rettet in einem Feldspital in Rafah Menschenleben. Obwohl aktuell Waffenruhe herrscht, bekommt sie täglich Schussverletzungen zu sehen. „Eine der größten Schwierigkeiten für uns ist die Triage“, sagt die Niederösterreicherin.
Regen, Überschwemmungen und Temperaturstürze: Im Gazastreifen ist Winter eingekehrt. Den Menschen fehlt es an Kleidung, Strom, Wasser und Essen. Mittendrin, in der humanitären Ausnahmesituation, befindet sich Angelique Lung. Die 37-jährige Niederösterreicherin arbeitet für das Internationale Komitee des Roten Kreuz in einem Feldspital in Rafah und sagt: „Die Menschen kämpfen hier täglich ums Überleben, auch meine Kollegen und ich sind permanent in Gefahr.“
Obwohl seit Oktober 2025 Waffenruhe herrscht, werden weiterhin Patienten mit Schussverletzungen eingeliefert – unter anderem wegen Querschlägern, also fehlgeleiteten Geschossen. „Eine der größten Schwierigkeiten für uns ist die Triage“, erzählt Lung. Also die Reihung der Patienten nach Dringlichkeit. Teils würden sich chaotische Szenen abspielen. Operieren können nicht mehr viele Spitäler, der Großteil der Infrastruktur wurde zerstört.



Lungs Alltag besteht vor allem aus administrativen Tätigkeiten. Sie nimmt Lieferungen entgegen, verteilt Medikamente und Essen und hilft im Labor mit. Vor Ort betreibt das Rote Kreuz zudem eine Wasseraufbereitungsanlage, von der jeder Tropfen gebraucht werden kann. Es fehlen weiterhin Hilfsgüter, der Grenzübergang wurde Anfang Februar nur teilweise geöffnet.
Die gelernte Laborspezialistin hat viel Erfahrung mit Auslandseinsätzen (etwa im Südsudan und im Jemen) – drei wird sie in Gaza absolvieren. Das „kollektive Trauma“ mache diesen Aufenthalt jedoch zu einem der schwierigsten. „Ich bin an der Stelle, wo ich sein möchte“, sagt die 37-Jährige, „aber am schönsten wäre es, wenn es diese Stelle nicht mehr bräuchte.“
Es werden nach wie vor dringend Spenden gebraucht. Infos unter: https://wir.roteskreuz.at/nothilfe-gaza









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