Wetter lockt Badegäste

„Empfehle, parallel zum Ufer zu schwimmen“

Oberösterreich
11.08.2019 10:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nächster tragischer Vorfall auf Oberösterreichs Badeseen: Ein 57-Jähriger starb nach einem Badeunfall am Weikerlsee. Martin Eberl ist seit 15 Jahren bei der Wasserrettung und sorgt für Sicherheit am Pleschingersee: „Mit einfachen Tipps könnte man neunzig Prozent der Vorfälle vermeiden.“

„Krone“: Was gilt es bei heißen Temperaturen zu beachten?
Martin Eberl: Immer langsam ins Wasser gehen und davor abkühlen. Der große Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft kann zu Kreislaufproblemen führen.

„Krone“: Was sind weitere Tipps für ungeübte Schwimmer?
Eberl: Eine der häufigsten Ursachen für Badeunfälle ist die Selbstüberschätzung. Wenn die Badeinsel 50 bis 60 Meter entfernt ist, ist das für ungeübte Schwimmer zu weit. Ich empfehle, parallel zum Ufer zu schwimmen und nicht zu weit in die Mitte des Sees hinaus. Man sollte nicht alleine ins Wasser gehen und ansonsten immer etwas zum Festhalten mitnehmen. Es gibt Bojen, die zeiht man hinter sich her und falls man nicht mehr kann, hält man sich fest.

„Krone“: Wie reagiert man richtig, wenn die Kraft ausgeht?
Eberl: Ist es ein konditionelles Problem, auf den Rücken legen, eine kurze Pause machen und Rückenschwimmen. Das Schlimmste für einen Retter ist, wenn das Opfer versucht, einen zu umklammern und man selbst in Gefahr kommt. Es gilt Selbstschutz vor Fremdschutz. Bevor ich als Retter ins Wasser springe, Rettungskette in Gang setzen.

Interview: Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

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