30.07.2019 16:24 |

„Gut integriert“

Frankfurt-Täter galt in Schweiz als Musterbeispiel

Diese Tat sorgt seit Tagen für Entsetzen: Ein 40-jähriger in der Schweiz lebender Eritreer hat am Montag am Bahnhof Frankfurt eine gleichaltrige Frau und deren achtjährigen Sohn vor einen einfahrenden ICE auf die Gleise gestoßen. Die Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten, der Bub erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Wie der „Blick“ nun berichtet, galt der Eritreer in der Schweiz als ein Musterbeispiel für Integration.

Habte A. lebt seit 13 Jahren in der Schweiz und arbeitete für die Zürcher Verkehrsbetriebe. Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk porträtierte den 40-Jährigen vor zwei Jahren in einer Broschüre als Musterbeispiel.

„Er ist zurückhaltend und schüchtern“
Darin kamen Habte A., sein Jobcoach und seine Vorgesetzten zu Wort. Er wird als sehr fleißig, zurückhaltend und ein wenig schüchtern beschrieben. Er selbst wurde gefragt, was ihm an der Schweiz gefalle: „Mir gefällt, dass hier jeder Hilfe bekommt, egal ob er arm oder reich ist. Und jeder kann essen und die Existenz ist gesichert. Und die Schulbildung finde ich auch sehr gut. Hier ist die erste Welt.“

Was ihn nun zu der schrecklichen Tat in Frankfurt bewegt hat, ist bisher nicht bekannt. Schon Tage zuvor habe er seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, sie gewürgt und eingesperrt - und dann sei er geflohen, schreibt der „Blick“. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, gaben die deutschen Behörden am Dienstagnachmittag bekannt.

„Bereits in der Schweiz mit Delikten auffällig“
„Er war auch im Vorfeld mit entsprechenden Delikten bereits in der Schweiz auffällig“, sagte der deutsche Bundespolizeipräsident Dieter Romann in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Holger Münch, Präsident des deutschen Bundeskriminalamts. Der Täter sei 1979 in Eritrea geboren, verheiratet und Vater dreier Kinder. 

2006 sei der Mann unerlaubt in die Schweiz eingereist und habe dort Asyl beantragt, was ihm zwei Jahre später gewährt worden sei. „Er besitzt seitdem in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung der Kategorie C, das heißt gut integriert“, sagte Romann. Der Verdächtige sei einer festen Arbeit nachgegangen, „aus Sicht der Ausländer- und Asylbehörden in der Schweiz vorbildlich“.

„Ganz offensichtlich psychische Probleme“
Wie die Schweizer Behörden am Dienstag bekannt gaben, war der 40-Jährige in diesem Jahr bereits in psychiatrischer Behandlung. Es hätten aber „keine Hinweise auf eine Radikalisierung oder ein ideologisches Motiv“ vorgelegen. Es liefen weitere Ermittlungen zu seinem Gesundheitszustand. Er habe aber „ganz offensichtlich psychische Probleme“ gehabt.

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