„Krone“-Interview

Kempes: „Die Rückkehr nach Wien wird ein Spaß“

Als würde der Papst Pfarrer von Grinzing werden, titelte die „Krone“ 1986 über den Sensations-Coup mit Mario Kempes, Weltmeister von 1978, der Viennas 125-Jahre-Feier am 22. August die Ehre geben wird.

„Krone“: Welche Erinnerungen haben Sie an 1986/87, als Sie von Valencia kommend für die Vienna, damals im mittleren Play-off, spielten?
Mario Kempes: Die Zeit in Wien habe ich extrem genossen. Das war eine großartige Erfahrung. Ich muss offen gestehen, ich hätte mir nicht erwartet, dass ich auf derart starke Mannschaften treffen werde. Ich habe großartige und hilfreiche Menschen kennengelernt und bei der Vienna viel Spaß gehabt. Alles in allem habe ich sechs Jahre in Wien gelebt und neben der Vienna für St. Pölten und Krems gespielt. Die Rückkehr wird ein Spaß.

„Krone“: Wo leben Sie, und was machen Sie derzeit?
Kempes: Zurzeit lebe ich in den USA, arbeite als Fußball-Experte und Kommentator für den TV-Sender ESPN.

„Krone“: Was ist Ihre schönste Erinnerung an die WM 1978, in der Sie mit zwei Toren und einem Assist beim 3:1 im Finale gegen Ernst Happels Holländer zum Helden Argentiniens und mit sechs Treffern auch Schützenkönig wurden?
Kempes: Die Freude der Menschen, nachdem wir den WM-Titel in unserem Land gewonnen hatten. Daran erinnere ich mich heute noch gerne. Vor allem an das Glücksgefühl jener, denen es damals nicht so gut ging. Die Freude, die wir ihnen mit dem WM-Titel Argentiniens machten, das war großartig, auch wenn es nur für wenige Augenblicke war.

„Krone“: Verfolgen Sie die Vienna noch bzw. sind Sie noch in Verbindung mit Wien?
Kempes: Mein Deutsch und mein Englisch sind nicht so gut, um fließend mit meinen ehemaligen Kollegen sprechen zu können. Aber über die sozialen Medien bin ich mit dem einen oder anderen in Kontakt und kann die Ergebnisse der österreichischen Meisterschaft online verfolgen.

„Krone“: Sie werden in drei Tagen 65 Jahre alt, wie geht es Ihnen nach Ihrer schweren Herz-Operation im Jahr 2014, bei der Ihnen drei Bypässe gelegt wurden?
Kempes: Gesundheitlich ist alles wieder bestens. Zum Glück. Ich trainiere auch täglich und halte mich fit.

„Krone“: Abschließend: Warum kann Lionel Messi mit Argentinien keinen Titel holen?
Kempes: Solange Leo Lust dazu hat, gibt es immer die Möglichkeit, mit Argentinien etwas Großes zu gewinnen. Er hat immer bewiesen, dass es ihm ein großes Anliegen ist, für sein Heimatland einen Titel zu holen. Für die Nationalmannschaft hat er immer alles gegeben. Klar ist aber, dass die Möglichkeiten weniger werden. Auf der anderen Seite: Auch der große Johan Cruyff hat als Spieler mit Holland keinen großen Titel gewonnen.

Christian Pollak, Kronen Zeitung

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