25.06.2019 17:04 |

Kalser Bergführer

Alpinkompetenz seit 150 Jahren

Die Kalser Bergführer blicken auf eine lange Vereinsgeschichte zurück. 1869 von Johann Stüdl gegründet, feiern die Großglockner- Spezialisten heuer ihr 150-Jahr-Jubiläum.

Der Prager Kaufmann Johann Stüdl ist von Heiligenblut über die Stockerscharte ins Kalser Tal gekommen, lernte die geselligen und zufriedenen Kalser kennen und beschloss, gemeinsam mit dem DAV und ÖAV den ersten ostalpinen Bergführerverein zu gründen, erzählt Peter Ponholzer, selbst stolzer Kalser Bergführer. „Und Stüdl war es auch, der 1869 die Kalser Bauern und Jäger motivierte, einmal hinaufzusteigen, auf den Großglockner.“ Der Kaufmann kaufte den Kalsern Seile und Laternen, für die Besteigung des höchsten Berges Österreichs. Der Rest ist eine österreichische, alpine Erfolgsgeschichte.

Heute verfügen die berühmten „Glockner-Führer“ über eines der modernsten und besten Bergführerbüros weltweit. „Da können selbst die Zermatter in der Schweiz nicht mehr mithalten“, schmunzelt Peter. 1600 Menschen bringen die 20 Kalser Bergführer jährlich auf den mit 3798 Meter höchsten Gipfel Österreichs. Peter hat selbst jahrelang den Verein geführt: „Anfangs gab es nur Sommerführungen und die Besseren nahmen wir über den Stüdlgrat direkt zum Gipfelkreuz mit.“ Mittlerweile finden Glockner-Besteigungen das ganze Jahr über statt und die Kalser haben auch den Hochschober, Glödis und Großvenediger im Angebot.

Gefangen im Bann des Glockners

Ponholzer: „Viele Junge können gut vom Bergführen leben. Früher gab es eher Stoßzeiten, da waren Alois Holaus und ich oft zehn Tage lang durchgehend am Glockner unterwegs. Jeden Tag hinauf zum Gipfel und wieder runter.“ Heute sind die Kalser Bergführer ein Traditionsverein. „Wir haben eine eigene Fahne und eine Tracht, nehmen aktiv am Gemeindeleben teil und auch der Beruf des Berg- und Skiführers ist im Ansehen gestiegen, weil wir nicht nur führen, sondern auch Spezialisten für Bergunfälle und Lawinen sind“, erzählt Peter, der auch 15 Jahre lang als Präsident die Geschicke des Österreichischen Bergführervereines lenkte. Eine enge freundschaftliche Verbindung pflegen die Kalser mit ihren Heiligenbluter Kollegen. „Wir haben schon immer eng zusammen gearbeitet, gemeinsam Steige gerichtet und am Ende der Saison zusammen gefeiert.“ Für Peter, wie für viele seiner Kollegen, ist der Großglockner etwas Besonderes, ein heiliger Berg. „Wenn ich mit meinen Händen den Fels berühre, dann fühle ich die Energie des Berges und wer einmal diese Aura fühlt, der ist gefangen im Bann des Glockners.“

Denn für Peter ist es die Aufgabe der Bergführer, den Menschen, die sich ihnen anvertrauen, die Schönheit und Einzigartigkeit der Bergwelt rund um den Großglockner zu zeigen. „Viele, die mit mir auf dem Gipfel waren, sind danach zu anderen Menschen geworden, denn wenn es im Fels gefährlich wird, werden Menschen demütig und sind voller Respekt gegenüber der Schöpfung“, so Ponholzer, der sich bereits auf das große 150-Jahr-Jubiläum freut, das am 19. und 20. Juli in Kals am Großglockner gefeiert wird. 

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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