Im Musiktheater Linz:

Medea liebt und hasst leidenschaftlich im Heute

Bruno Weil (69) gilt als Weltstar unter den Dirigenten. Am Samstag machte er die Premiere der Oper „Médée“ im Musiktheater Linz zum hochkarätigen Hörerlebnis, das vom Publikum lautstark mit Bravorufen akklamiert wurde. Cherubinis packende Musik fesselte im klassischen Stil und mit leidenschaftlichen Arien.

Gastdirigent Bruno Weil motiviert schwungvoll das mit Elan musizierende Bruckner Orchester Linz. Das Geschehen auf der Bühne spielt sich neuzeitlich in nüchterner Atmosphäre ab. Die Inszenierung von Guy Montavon versetzt die antike Tragödie rund um Medea - Ikone einer Mutter, Gattin, Rächerin und Kindsmörderin - in die heutige Finanzwelt. Annemarie Woods trägt dem Rechnung, in dem sie alle Darsteller in Business-Kleidung steckt. Sie agieren auf einer eher kühlen, aber nie fantasielosen Bühne.

Macht und neue Braut
Die passgenaue Besetzung - ein Glücksgriff! Brigitte Geller zeichnet sich als bedingungslos liebende und gewaltvoll hassende Medea aus. Mit strahlender Tenorstimme glänzt Matjaž Stopinšek als abtrünniger Jason, der auch das Goldene Vlies raubt. Martin Achrainer als mächtiger König Creon und Theresa Grabner als Jasons neue Braut überzeugen voll.

Ausdrucksstark singt Jessica Eccleston den Treueschwur mit Margaret Jung Kim, Yoon Mi Kim-Ernst als Gefolge-Frauen. Mit gutem Klangvolumen präsentiert sich der Chor des Landestheaters. Übertitel geleiten durch die großartige Produktion, die den antiken Mythos zeitlos aktuell macht.

Fred Dorfer, Kronen Zeitung

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