27.04.2019 08:22 |

Polizei: Tat aus Hass

Silicon Valley: Ex-Scharfschütze rast in Fußgänger

Ein ehemaliger Scharfschütze der US-Armee ist mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen gerast - weil er einige von ihnen für Muslime hielt, teilte die Polizei von Kalifornien mit, die die Tragödie mit acht zum Teil schwer Verletzten als Hassverbrechen behandelt. Besonders auf eine Familie habe es der wegen achtfachen versuchten Mordes bereits angeklagte Isaiah Joel Peoples (34) abgesehen gehabt, heißt es in Medien. Der Anwalt des Mannes ist sich allerdings sicher: Der Vorfall sei „eindeutig die Folge einer psychischen Störung“. Der Ex-Soldat leidet seit einem Einsatz im Irak unter einer massiven posttraumatischen Belastungsstörung.

Bereits am vergangenen Dienstag geschah das furchbare Drama im Silicon-Valley-Vorort-Sunnyvale bei San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien. Peoples steuerte seinen Wagen über eine Kreuzung und raste in eine Gruppe Fußgänger, die an einer Ampel auf Grün wartete. Acht der Passanten wurden verletzt. Ein Opfer, Don Draper, hatte am Ort des Geschehens Fotos gemacht, die nun via Nachrichtenagentur AP veröffentlicht wurden. Auch die Festnahme des mutmaßlichen Täters hielt er fest. Peoples war angeblich auf dem Weg zu seiner Bibelgruppe gewesen.

Vater und Sohn verletzt, Tochter sogar im Koma
Besonders auf eine Familie hatte es der 34-Jährige nach örtlichen Medienberichten abgesehen: Sowohl ein Vater als auch sein Sohn und seine Tochter gehören zu den Opfern. Das 13-jährige Mädchen liegt im Koma. Der Bub (9) kam laut Zeugenaussagen glimpflich davon, weil sein Vater ihn zur Seite gestoßen hatte, als das Auto auf die Familie zugerast kam. Welche Nationalität oder Religionszugehörigkeit die Familie sowie die weiteren, bis zu 52 Jahre alten Opfer haben, wurde nicht bekannt gegeben. Die meisten von ihnen erlitten Knochenbrüche oder Abschürfungen.

Polizei: Verdächtiger sagte, er fuhr absichtlich in die Fußgänger
Peoples sagte der Polizei offenbar, dass er den Wagen absichtlich in die Menschen gesteuert habe, weil er Muslime treffen wollte. Die ermittelnden Beamten behandeln den Vorfall dementsprechend als Hassverbrechen. Dem allerdings widerspricht Peoples Anwalt Chuck Smith: Sein Mandant, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet, habe die Tat wegen dieser psychischen Störung begangen. Der 34-Jährige sei ehemaliger Soldat und werde psychologische Hilfe aufsuchen.

Von Juni 2005 bis Mai 2006 war Peoples im Irak stationiert gewesen. Danach wurde er ehrenhaft entlassen, litt seit seinem Einsatz im Nahen Osten aber unter PTBS, wie auch sein Bruder sagte. 2015 sei der Festgenommene deswegen sogar fast ein Jahr lang in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht gewesen.

Polizeichef: „Verdächtiger zeigte bisher keine Reue“
Der Verdächtige ist in Haft, eine Kaution wurde bei seinem ersten Gerichtstermin am Freitag abgelehnt. Ihm wird achtfacher versuchter Mord vorgeworfen. Vier der Opfer hatten schwere Verletzungen davongetragen. Sollten sich die Ermittlungen der Polizei hinsichtlich Hassverbrechen bestätigten, so könnte dieses Delikt ebenfalls Aufnahme in die Anklage finden, hieß es vom Bezirksstaatsanwalt. Laut Polizeichef Jim Choi zeigte Peoples bisher keine Reue.

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