Di, 21. Mai 2019
23.04.2019 11:48

„An Seite des Feindes“

Neue IRA bekennt sich zu Mord an Journalistin

Die paramilitärische Republikaner-Gruppe Neue IRA hat sich zu dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. In einem in der Zeitung „The Irish News“ am Dienstag veröffentlichten Bekennerschreiben heißt es: „Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand.“ Mit den „feindlichen Kräften“ ist die Polizei gemeint. Die Angehörigen der 29-Jährigen bat die Neue IRA „aufrichtig um Entschuldigung“. Am Dienstag gab die Polizei schließlich bekannt, dass eine 57-jährige Frau im Zusammenhang mit dem Mord an McKee festgenommen wurde. Die Festnahme sei nach dem Terrorismusgesetz erfolgt.

McKee war am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry erschossen worden. Die Journalistin wurde nach Polizeiangaben in den Kopf getroffen, als ein Mann auf Polizisten feuerte. In Tatortnähe waren vor dem Mord mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht.

Video: Aufnahmen zeigen die Ausschreitungen in Nordirland

Bekenntnis zu Paketbomben in London und Glasgow
Die Behörden gingen früh davon aus, dass die Neue IRA für die Tat verantwortlich ist. Dieselbe Gruppe hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein. Die neuen Unruhen trugen sich zu einem Zeitpunkt zu, an dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnern.

Entschuldigung an Partnerin und Familie des Opfers
In dem Bekennerschreiben heißt es auch, man wolle sich bei der Partnerin des Opfers, der Familie und ihren Freunden „aufrichtig“ entschuldigen. Der Brief wurde den Angaben zufolge durch ein anerkanntes Kennwort verifiziert.

Erinnerungen an düsterste Zeiten des Nordirland-Konflikts
Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, bei dem rund 3500 Menschen getötet wurden. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft.

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des „Bloody Sunday“. Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet.

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