14.04.2019 08:59 |

Wegen Klimawandel

Insekten bringen Killer-Viren bis nach Europa

Forscher warnen, dass Krankheiten wie Dengue-Fieber, die Leishmaniose oder der Chikungunya-Virus durch den Klimawandel und die zunehmende Globalisierung in Europa künftig häufiger auftreten könnten. Die neuen Erkenntnisse wurden auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Amsterdam präsentiert.

Die Veränderungen des Klimas ermöglichen Mücken und Zecken, neue Lebensräume in Europa zu erschließen. In den letzten zehn Jahren hat es in Frankreich und Kroatien Dengue-Ausbrüche gegeben, in Griechenland sei Malaria aufgetreten, in Italien und Frankreich Chikungunya und in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas das West-Nil-Fieber. 2018 wurden mehr als 1500 Fälle von West-Nil-Fieber in den EU-Mitgliedstaaten registriert.

„Müssen uns auf Infektionen vorbereiten
Giovanni Rezza vom Istituto Superiore di Sanita erklärte, dass durch längere Hitzeperioden, das Zeitfenster für die Ausbreitung solcher Erkrankungen größere Ausbrüche begünstigen. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, mit solchen tropischen Infektionen umzugehen“, so Rezza. Sandmücken könnten bis Ende der 2060er-Jahre ihre Verbreitung in Frankreich und Deutschland deutlich ausweiten, berichten die Experten weiter. Die Mücken können Erreger der Leishmaniose übertragen.

„Angesichts der anhaltenden Verbreitung von invasiven Mücken und anderen Überträgern in ganz Europa müssen wir Ausbrüche antizipieren und frühzeitig eingreifen“, erklärte Jan Semenza vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm. Vor allem die Gesundheitsbehörden seien nun gefordert: Sie sollten die Überwachung verbessern und Frühwarnsysteme einrichten.

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