Do, 20. Juni 2019
28.04.2019 08:57

krone.at-Test

Datengrab für unterwegs: MyPassport Wireless SSD

Wer unterwegs größere Datenmengen sichern möchte, braucht einen externen Datenträger. SSDs haben Festplatten mehr Tempo und höhere Robustheit voraus, normalerweise braucht es eine PC-Verbindung für die Datenübertragung. Der Speicherspezialist Western Digital hat mit seiner MyPassport Wireless SSD eine Alternative parat, bei der es nebst USB-Übertragung auch die Möglichkeit gibt, Daten vom Handy oder PC über WLAN aufzuspielen. Sogar eine Powerbank und ein SD-Kartenleser sind an Bord. Ein Speicher-Multitalent? Wir haben den Test.

Die harten Hardware-Fakten zur mit 250 Gigabyte bis zwei Terabyte Kapazität verfügbaren MyPassport Wireless SSD: Die SSD im gummigeschützten Plastikchassis mit 6700-mAh-Reiseakku ist über SATA mit sechs Gigabit pro Sekunde angebunden, Daten werden entweder über USB 3.0 oder Gigabit-WLAN übertragen. Ein SD-Kartenslot entleert unterwegs Speicherkarten in ein vordefiniertes Verzeichnis. Die Anschlüsse umfassen USB 2.0 (auch als Ladeport nutzbar) und USB 3.0 im seltenen Micro-B-Formfaktor. USB-C gibt es leider nicht.

Mit und ohne Kabel nutzbar
Genutzt werden kann Western Digitals Wireless SSD mit oder ohne Kabel. Über die verkabelte USB-3.0-Verbindung konnten wir im Test im Schnitt 300 Megabyte pro Sekunde auf den mobilen Speicher aufspielen, am USB-2.0-Port ist nur rund ein Zehntel drin. Via USB 3.0 ist man also deutlich schneller beim Datentransfer als bei einer konventionellen externen Festplatte. Somit kann man mit einem so schnellen externen Speicher recht angenehm arbeiten und beispielsweise Bilder oder Videos direkt vom externen Datenträger bearbeiten, ohne sie zuvor auf den internen zu überspielen.

Das ginge freilich auch mit jeder anderen externen SSD ohne Reiseakku und WLAN. Das besondere Extra der Wireless SSD ist die Anbindung an Smartphone und PC via App beziehungsweise Web-Interface. Die App-Anbindung am Smartphone erfolgt über die hauseigene „My Cloud“-App von Western Digital, nachdem man sich mit dem auf Knopfdruck von der SSD aufgezogenen WLAN verbindet. Am PC steht ein Web-Interface zur Verfügung.

Probleme am 5-Gigahertz-Band
Die App ist übersichtlich aufgebaut, die Datenraten bei mobiler Verbindung sind allerdings nicht mit jenen vergleichbar, die verkabelt möglich sind. Im Test haben wir am langsameren 2,4-Gigahertz-Band der Wireless SSD beim Upload größerer Mengen Fotos fünf bis zehn Megabyte pro Sekunde übertragen. Am schnelleren Fünf-Gigahertz-Band gelang im Test keine direkte Datenübertragung, hier spuckte die Begleit-App Fehlermeldungen aus.

4K-Streaming ist zu viel verlangt
Mit dem heimischen WLAN verbunden, gibt sich die Wireless SSD im Heimnetzwerk auf Wunsch als Datei-, UPnP- oder Plex-Server zu erkennen und streamt auf ihr abgelegte Medien an PCs und Smartphones. Um 4K-Material sollte es sich aber nicht handeln, allzu mächtig im Kodieren ist die integrierte Hardware nämlich nicht. Musik und geringer auflösende Videos klappen aber.

Als Reiseakku macht die Wireless SSD eine gute Figur - wenn auch mit einem Schönheitsfehler, geladen wird nämlich nur im angeschalteten Zustand, wobei das WLAN zwangsläufig ein wenig am Akku zehrt. Das Ladetempo ist durchschnittlich, an einem richtigen Netzteil ist man deutlich schneller unterwegs.

Fazit: Die WD MyPassport Wireless SSD verspricht viel, hinterlässt aber in keiner Disziplin abseits der klassischen verkabelten Datenspeicherung einen bleibenden Eindruck. Robuster Reiseakku und Datengrab in einem, gibt sie einen tauglichen Begleiter für Laptop und Smartphone ab. Ausschließlich mit dem Smartphone würden wir sie ob der nicht hundertprozentig überzeugenden WLAN-Verbindung aber ungern befüllen, als Mediaserver ist sie etwas schwachbrüstig. Das wirft die Frage auf, ob nicht ein Gespann aus USB-SSD und Reiseakku für weniger Geld auch reicht.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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