Vor fast 18 Jahren

Israel - Österreich: Orangen, Steine und Ohrfeigen

Im Oktober 2001 gab es rund ums Spiel Israel gegen Österreich viel Aufregung: Flugzeug-Abschuss, „Verweigerer“ und ein Freistoßtor von Herzog in der Nachspielzeit. Am Freitag problemlose, aber lange Anreise.

Flug nach Tel Aviv. Wie am 4. Oktober 2001 zur Vorberichterstattung auf das damalige letzte Spiel in der Qualifikation für die WM 2002. Vorweg einmal: Am Freitag klappte bis auf den 40-minütigen verspäteten Abflug in Wien alles - rasche Einreise dank vom ÖFB organisierter VIP-Behandlung für alle Mitreisenden, rascher Transfer, auch wenn der ganze Trip letztlich doch knapp neun Stunden gedauert hatte.

Aber zurück zu den Ereignissen im Oktober 2001, die dem Autor dieser Zeilen unvergessen bleiben. Damals war die Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv ganz anders verlaufen. Die Mailbox des Handys voll, „ein mit israelischen Passagieren besetztes russisches Flugzeug über dem Schwarzen Meer irrtümlich abgeschossen, am Flughafen bleiben, Berichte von dort machen“, lautete die „Order“ aus der Redaktion.

Gesagt, getan, danach ging es im Taxi Richtung Hotel, als der Anruf aus Wien kam: „Spiel abgesagt.“ Was in Israel keiner verstand, Mittelfeld-Star Eyal Berkovic schrieb in einer Zeitung: „Die österreichischen Feiglinge werden auf dem Feld Ohrfeigen bekommen.“

„Ohrfeigen“ hatte Teamchef Otto Baric zuvor ohnehin schon von neun Spielern verpasst bekommen: Walter Kogler, Roland Kirchler, Robert Ibertsberger, Alfred Hörtnagl, Edi Glieder, Christian Mayrleb, Martin Hiden, Günther Neukirchner und Didi Kühbauer hatten nämlich schon vor dem Abschuss des Flugzeugs wegen Sicherheitsbedenken den Trip nach Israel abgelehnt.

Der fand dann Ende Oktober statt, Österreichs Team trat mit einer Not-Elf (mit Zeljko Vukovic, Markus Hiden und Gerald Strafner drei Debütanten) an, wurde von der ersten Minute an wüst beschimpft und ausgebuht. Doch Rot-Weiß-Rot konnte sich auf seinen Kapitän verlassen: 91. Minute, Freistoß von Andi Herzog unter der Mauer hindurch („zum Heben war ich schon zu müde“), 1:1, Österreich im Play-off (wo man gegen die Türkei chancenlos war).

Die Israelis tobten, bewarfen ORF-Kommentator Hans Huber und Journalisten mit Orangen und Steinen, die Österreicher feierten. In der Kabine, im Flieger, in Wien warteten Hunderte Fans am Flughafen.

Sonntag schließt sich der Kreis - wenn Herzog mit Israel auf Österreich trifft ...

Peter Klöbl, Kronen Zeitung

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