15.03.2019 12:49 |

Alarmierende Studie

Judenhass vor allem unter Zuwanderern ausgeprägt

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat am Freitag eine Studie über Antisemitismus in Österreich der Öffentlichkeit präsentiert. Das Ergebnis ist alarmierend, denn es offenbart einen nach wie vor vorhandenen Judenhass, der vor allem unter Zuwanderern ausgeprägt ist. Sobotka betonte auch, dass Österreich eine historische Verantwortung trage.

Bei der Präsentation der von der Parlamentsdirektion in Auftrag gegebenen Studie waren im Palais Epstein neben Sobotka auch Eva Zeglovits vom Meinungsforschungsinstitut IFES und Thomas Stern von der Agentur Braintrust anwesend. Sobotka betonte, dass bis dato nur vereinzelte, mehrere Jahre alte Studien vorlagen.

„Antisemitismus in all seinen Facetten beleuchten“
„Es ist für mich daher von besonderer Bedeutung, diese Diskussion auf Basis von validen Daten und soliden empirischen Ergebnissen zu führen. Aus der historischen Verantwortung heraus besteht die Verpflichtung, das Phänomen des Antisemitismus in Österreich, dem auch die Regierung den Kampf angesagt hat, umfassend und in all seinen Facetten zu beleuchten“, so Sobotka. Der Antisemitismus gehe uns alle an. 

Sobotka sieht „historische Verantwortung für Österreich“
„Das konsequente Vorgehen gegen jede Form des Antisemitismus in Österreich ist wesentlicher Teil unserer historischen Verantwortung. Die Ergebnisse der Studie werden der Öffentlichkeit transparent und vollinhaltlich zur Verfügung gestellt. Ich werde auf Grundlage der Ergebnisse der Studie einen breiten Dialog mit allen politischen und zivilgesellschaftlichen Verantwortungsträgern sowie den Religionsgesellschaften starten.“

Judenhass: Österreich keine Insel der Seligen
Insgesamt 2700 Interviews wurden für die Erhebung zu „Antisemitismus in Österreich“ durchgeführt. Das beunruhigende Ergebnis: Judenhass ist immer noch in der Gesellschaft vorhanden. So stimmen etwa 39 Prozent der Befragten der Aussage zu, Juden würden die internationale Geschäftswelt beherrschen. Jeder Zehnte (!) findet, dass die Darstellung des Holocaust übertrieben ist. Acht Prozent erwarten von Juden nicht, dass sie „anständig“ sind. Österreich ist in dieser Hinsicht also keine Insel der Seligen.

Alarmierende Ergebnisse unter Arabisch Sprechenden
Noch alarmierender sind die Ergebnisse unter Arabisch Sprechenden: Der Aussage „Wenn es den Staat Israel nicht mehr gibt, dann herrscht Frieden im Nahen Osten“ stimmen etwa nur elf aller Befragten, aber 76 Prozent der Arabisch Sprechenden und mehr als die Hälfte der Türkisch Sprechenden zu.

Sobotka im Februar zu Gast bei krone.tv
Wolfgang Sobotka war übrigens erst vor wenigen Wochen zu Gast im krone.tv-Studio. Im Gespräch mit Moderatorin Damita Pressl bezog er Stellung zu Fragen aus verschiedensten Themenbereichen. Das Interview vom 7. Februar 2019 können Sie hier noch einmal in voller Länge ansehen.

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