09.03.2019 08:00 |

Wohlfühl-Oase

Tunesien: Neu entdeckter Wüstenstaat am Mittelmeer

Tunesien ist zurück auf der großen Urlaubs-Show-Bühne! Die Krisen-Jahre überwunden, glänzt der Wüstenstaat am Mittelmeer heute mehr denn je. Und das nicht nur im Sommer.

Tunesien, Anfang März - eine etwas sonderbar wirkende Kombination aus Feriendomizil und Reisezeit. Doch der bis auf den letzten Sitzplatz belegte Flieger an einem Donnerstagabend ließ bereits auf dem Flughafen vermuten, dass der nordafrikanische Staat am Mittelmeer auch außerhalb der Sommersaison, ohne Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, etwas zu bieten haben muss.

Was einem nach zweistündigem Flug und Ankunft im Hotel erstmals bewusst wird, wenn man sich nach Vorbild der antiken Römer und Griechen der mittlerweile weltbekannten „Thalasso Therapie“ hingibt. Eine heilend wirkende Rund-um-Wellness-Behandlung nach traditioneller Art mit Algen, Schlamm, Meerwasser und entspannenden Massagen.

Ein ganz besonderes Wohlfühl-Erlebnis, das einen glauben lässt, in den sagenumwobenen Jungbrunnen gesprungen zu sein. Zur Abrundung dann noch ein gemütlicher Spaziergang über den kilometerlangen Sandstrand inklusive leichter Brise und Meeresrauschen - aber ohne Sonnenliegenlandschaft und üblicher Geräuschkulisse. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt - für unser Hotel, für den gesamten Tourismus. Unser Land hat nicht nur im Sommer Saison. Mittlerweile kommen immer mehr Urlauber, die Tunesien auch als Wellness-Oase für sich entdeckt haben. Viele unserer Stammgäste buchen auch für ein verlängertes Wochenende - für eine Auszeit vom stressigen Alltag. Um sich verwöhnen zu lassen, Körper und Seele zu reinigen und ein paar Runden auf unserem Golfplatz zu spielen“, erzählt „The Residence Tunis“-Marketing-Chefin Hédi Benzarti beim tunesischen Abendessen, begleitet von sanften Folklore-Klängen.

Das Comeback der Glasbläserei
Doch das ist noch lange nicht alles, das Tunesien in Sachen Badeurlaub-Ersatz-Programm anzubieten hat. Nach einigen (mehr oder weniger) erfolgreichen Abschlägen auf dem Golfplatz, parken wir uns schließlich unweit des Hotels, in der Stadt Gammarth, vor einem Atelier ein. Von außen völlig unscheinbar - doch schreitet man durch das Eingangstor in den Innenhof, ist auf den ersten Blick klar: Hier sind Künstler am Werk! Unzählige abstrakte Skultpuren aus Holz, Stahl oder recycelten Materialien „verstecken“ sich auf dem Grundstück. Es ist das Reich der mittlerweile über die Grenzen Tunesiens bekannten Künstlerin Sadika Keskes.

Sie gilt als die „Königin der künstlerischen Revolution“. „Lange wurden Handwerke in unserem Land vernachlässigt, kulturelle Veranstaltungen nur zensiert gebilligt. Zumindest das hat sich spätestens nach dem jüngsten Volksaufstand geändert“. Vor nun fast 40 Jahren hat es die damalige, abenteuerlustige Studentin in die Ferne gezogen, um sich in Murano in Italien zur Glasmeisterin ausbilden zu lassen. Mit diesem erlernten Know-how kehrte Sadika schließlich in ihre Heimat zurück. Und sorgte für das große Comeback der Glasbläserei in Tunesien. Wie sie uns bei einer Führung durch die Werkstatt, in der geduldig Glas geschmolzen und geblasen wird, mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen erzählt.

Tee-Stunde im Café des Nattes
Und schon geht es weiter zur nächsten Station auf unserem Kultur-Erkundungs-Trip. Bereits aus der Ferne sichtbar, leitet ein rund 90 Meter in den Himmel ragender, moderner Turm mit imposanter Glaskuppel direkt zum neuen Kulturzentrum von Tunis. Oper, Theater, Kino, Puppenspiel – in der Cité de la Culture ist alles an einem Ort vereint. Und die Menschen im Land sind offensichtlich hungrig nach Kunst und Kultur – eine Masse an jungen Leuten strömt gut gelaunt nach einer Vormittags-Theater-Vorstellung einer örtlichen Schauspielgruppe in den sonnigen Innenhof.

Und ein wenig darf man hier auch stolz seine rotweißrote Brust herausstrecken. Wurde das Zentrum 2018 doch mit den Klängen eines extra angereisten Orchesters aus Wien eröffnet. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt von Tunis, die Medina, inklusive Besuch des belebten Marktes und einem Pflicht-Abstecher zu den Ausgrabungsstätten Karthagos ist dann Tee-Stunde angesagt.

Im traditionsreichen Café des Nattes, dem „Havelka“ der Region. Hoch über dem Golf von Tunesien, im malerischen Künstler-Küstenstädtchen Sidi Bou Said. Mit aromatischem Tee in der einen und Shisha-Pfeife in der anderen Hand blickt man hier in idyllischer Atmosphäre auf das offene Meer und wird einem bewusst: Tunesien ist tatsächlich mehr als nur ein Sommer-Flirt!

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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