"Für mich ändert sich ja dadurch nichts. Natürlich bin ich enttäuscht, ich werde dem Thema aber weiterhin mit der nötigen Professionalität begegnen", so der Burgenländer. Wie er Constantinis These bewerte, wonach sich die deutsche Bundesliga ob der Leistungsexplosion von Andi Ivanschitz hinterfragen müsse? "Ich habe das Interview auch gelesen und registriert, dass Constantinis Aussagen in Deutschland hohe Wellen geschlagen haben", sagt Ivanschitz, "aber sehr berührt haben mich seine Worte nicht. Ich werde mich eben weiterhin voll und ganz auf Mainz konzentrieren."
Auch körperlich sei er jetzt wieder fit, nachdem es in der letzten Runde gegen Bochum aufgrund einer Erkrankung nur zu einem Kurzeinsatz gereicht hatte. Grundsätzlich ist der 27-Jährige bereit, nach wie vor für Österreich zu spielen.
Ivanschitz fehlt wohl auch in EM-Quali
Neuerliche Team-Ehren scheinen für Ivanschitz gleichsam wie für Garics in weite Ferne gerückt. So ließ Constantini erkennen, dass mit dem Legionärs-Duo auch in der anstehenden EM-Qualifikation nicht geplant wird. "Ich habe Ivanschitz angerufen und erklärt, dass er nicht dabei ist, weil ich weiter auf Spieler setze, mit denen wir letztes Jahr gespielt haben", meinte der Tiroler über den Mainz-Legionär. "Wenn er jetzt nicht dabei ist, ist es eher negativ für ihn."
Zu der unmissverständlichen Ankündigung des Tirolers, auch in der EM-Qualifikation nicht auf den Mittelfeldspieler zu bauen, äußerte sich Ivanschitz nicht. Constantinis Aussage, die deutsche Bundesliga müsse sich aufgrund der starken Auftritte von Ivanschitz im Herbst hinterfragen, wollte Constantini nicht als Kritik an dem Burgenländer verstanden wissen. "Das war in keinster Weise eine Abwertung der Leistung von Andi."
Kritiker Garics muss zusehen
In punkto EM-Qualifikation gelte für Garics dasselbe wie für Ivanschitz. Mit dem Verteidiger, der bei Atalanta Bergamo in der Serie A gesetzt ist, hatte Constantini zuletzt ein besonders schwieriges Verhältnis. So hatte Garics offen Kritik an Taktik und Einberufungspolitik geübt. "Wenn er sagt, dass die Jungen zu früh ins Team kommen, dann hat er vielleicht recht, aber es ist nicht unbedingt förderlich", erklärte der Teamchef. Er habe aus seiner Sicht sehr lange zugewartet, ehe er reagiert habe, so Constantini.
Nicht berücksichtigt wurden auch die Stürmer Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer, die ebenso wie Sebastian Prödl bei ihren Klubs nur zweite Wahl sind. "Es gibt einige, die nicht viel spielen. Irgendwann ist es ein Zusammenklauben", sagte Constantini. Mit Pogatetz steht dennoch ein Legionär mit bescheidener Einsatzzeit im Kader. Beobachtet werden konnte der Middlesbrough-Verteidiger nicht.
Pogatetz wieder dabei
Dafür ist Kapitän Emanuel Pogatetz nach rund elfmonatiger Pause wieder dabei. Der Verteidiger hatte im vergangenen Jahr mit einigen Verletzungen zu kämpfen, feierte aber am Samstag sein Comeback bei Middlesbrough. Pogatetz ist neben Paul Scharner, Christian Fuchs, David Alaba und Ekrem Dag einer von fünf Legionären im 23-Mann-Aufgebot, in dem mit Mario Reiter und Patrick Wolf zwei Neulinge stehen und Yasin Pehlivan wegen seiner Roten Karte gegen Spanien fehlt.
Offen ist auch, ob Pogatetz wieder die Kapitänsschleife übernehmen wird. Fix ist nur, dass Paul Scharner künftig nicht mehr als Kapitän agieren wird. Wer neuer Spielführer und wer dessen Ersatz sein wird, soll laut Constantini rund um das Dänemark-Match festgelegt werden. Neben den beiden Defensivspielern stehen mit Ekrem Dag - der Besiktas-Legionär wird laut Constantini wohl beginnen und daher zu seinem Debüt kommen -, Christian Fuchs (Bochum) und Jungstar David Alaba (Bayern München) jedenfalls nur fünf Legionäre im 23-Mann-Aufgebot.
Auf erste Einsätze im A-Team hoffen dürfen mit Mario Reiter (23) und Patrick Wolf (28) zwei Profis von Aufsteiger SC Wiener Neustadt. Reiters Nominierung ergab sich aufgrund der Sperre von Rapids Yasin Pehlivan. Flügelspieler Wolf lobte Constantini als "gute und vor allem schnellen Fußballer - und das kann nie schaden".
Kader gegen Dänemark
Tor: Christian Gratzei (SK Sturm Graz/2 Länderspiele/6 Gegentore), Jürgen Macho (LASK/18/-17), Helge Payer (SK Rapid Wien/20/-24)
Abwehr und Mittelfeld: David Alaba (FC Bayern München/2/0 Tore), Julian Baumgartlinger (FK Austria Wien/4/0), Ekrem Dag (Besiktas Istanbul/0/0), Aleksandar Dragovic (FK Austria Wien/7/0), Christopher Drazan (SK Rapid Wien/1/0), Christian Fuchs (VfL Bochum/29/0), Andreas Hölzl (SK Sturm Graz/9/2), Jakob Jantscher (SK Sturm Graz/6/1), Veli Kavlak (SK Rapid Wien/7/0), Christoph Leitgeb (FC RB Salzburg /26/0), Emanuel Pogatetz (FC Middlesbrough/37/2), Mario Reiter (SC Wiener Neustadt/0/0), Paul Scharner (Wigan Athletic/29/0), Franz Schiemer (FC RB Salzburg/11/1), Christopher Trimmel (SK Rapid Wien/2/0), Andreas Ulmer (FC RB Salzburg/2/0), Patrick Wolf (SC Wiener Neustadt/0/0)
Angriff: Daniel Beichler (SK Sturm Graz/0/0), Marc Janko (FC RB Salzburg/14/7), Roman Wallner (FC RB Salzburg/27/6)
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.