Festlegen wollten sich in der Meisterfrage zwar nur drei Trainer, vier weitere erwarten aber ein mitunter bis Mitte Mai spannendes Rennen zwischen Rapid und Salzburg. Die Hütteldorfer hatten nach 19 Runden mit zwei Punkten Vorsprung überwintert. Offen vom Titel sprechen wollte Peter Pacult dennoch nicht, gab weiterhin einen internationalen Startplatz als Ziel aus. "Immerhin sind noch 17 Runden zu spielen, da kann sich noch viel ändern. Es könnte bis zum Schluss spannend bleiben", erklärte der Rapid-Coach.
Huub spricht Klartext
Salzburg-Trainer Huub Stevens dagegen gab unumwunden zu, dass der Meistertitel der Anspruch des Budget-Krösus sei. "Wir haben im Herbst zu viele Punkte liegengelassen, das wird sich im Frühjahr nicht wiederholen", begründete der Niederländer, der seinen Vertrag in Salzburg erst am Montag bis 2012 verlängert hatte. Für Rapid als Meister stimmten in der Umfrage deren Ex-Kapitän Peter Schöttel (Wiener Neustadt) und Werner Gregoritsch vom Kapfenberger SV.
Während Schöttel mit der Kontinuität im Kader und dem Vorsprung der Wiener argumentierte, wies Gregoritsch neben der Heimstärke Rapids auch auf die Zusatzbelastung der Salzburger in der Europa League hin. In der Runde der letzten 32 treffen die Bullen am 18. und am 25. Februar auf Standard Lüttich. "Wir wollen möglichst viele Spiele gewinnen und den Meistertitel holen. In Salzburg ist das geradezu Pflicht", gestand Stevens - eine Drucksituation, der die Konkurrenten nicht ausgesetzt sind.
Austria sieht sich als Außenseiter
Die drittplatzierte Austria sieht sich bei fünf Punkten Rückstand auf Rapid selbst in der Außenseiterrolle. "Grundsätzlich ist noch immer Salzburg der eigentliche Favorit", sagte Austria-Coach Karl Daxbacher im Hinblick auf das Titelrennen. "Durch die momentane Führung ist Rapid aber noch immer auf Augenhöhe."
Kärnten Abstiegskandidat Nummer 1
Die Austria noch auf der Rechnung haben Ried-Coach Paul Gludovatz und Kärnten-Trainer Joze Prelogar. Für Letzteren steht allerdings die Abstiegsfrage im Vordergrund. Vier seiner Trainerkollegen (Pacult, Stevens, Daxbacher und Neo-LASK-Coach Helmut Kraft) haben die Kärntner bereits mehr oder weniger abgeschrieben, drei weitere (Gludovatz, Schöttel und Mattersburgs Franz Lederer) geben ihnen bei elf Punkten Rückstand auf Platz neun schlechte Karten.
Prelogar dagegen glaubt an sein Team. "Für uns ist es schwierig, aber wir haben Hoffnung. Den LASK und Kapfenberg können wir einholen", meinte der Slowene. Das trauen den Kärntnern auch Sturm-Coach Franco Foda und Gregoritsch zu. Der Kapfenberg-Trainer sieht den KSV zwar ob des Vorsprungs ebenfalls klar im Vorteil. "Das Fell des Bären zu verteilen, bevor er erlegt ist, wäre aber nicht gut", betonte Gregoritsch.
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