Streit im DFB

Buhmann Bierhoff hätte gerne ein klärendes Gespräch

Fußball
08.02.2010 14:15
Ausgerechnet Buhmann Oliver Bierhoff könnte im Streit um Macht, Geld und Indiskretionen neue Bewegung bringen. Standen bei der EM-Qualifikationsauslosung in Warschau noch alle Signale auf Eiszeit zwischen den Chefs der Nationalmannschaft und der DFB-Spitze, so fahndet Teammanager Bierhoff nach der Rückkehr nach Deutschland zumindest nach einer zarten Annäherung.

"Am liebsten wäre mir jetzt ein Gespräch mit allen vier Beteiligten, um die Dinge zu klären", sagte Bierhoff. Das könnte weit mehr bringen "als mehrere Einzelgespräche über die nächsten Wochen".

Trotz heftiger Irritationen, Vorwürfe und Verletzungen könnte sich der Manager ein Gipfeltreffen mit DFB-Präsident Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw vorstellen. Aus Sorge um eine störungsfreie WM-Vorbereitung und wohl auch erschrocken über die Kritik an seiner Rolle im Vertragspoker mit dem DFB möchte Bierhoff zumindest eine tragfähige WM-Allianz schaffen. "Es gab auch in der Vergangenheit immer wieder schwierige Momente, nach denen man wieder zueinander gefunden hat. Daran werden wir jetzt arbeiten."

Verbitterung auf beiden Seiten
Wie verhärtet die Fronten bei Österreichs EM-Quali-Gegner allerdings sind, zeigten nicht nur die zwei Krisengespräche zwischen Löw und Zwanziger am Rande der EM-Auslosung in Warschau. Auch danach war die Verbitterung auf beiden Seiten groß. Der TV-Marathon von Bierhoff nach der Rückkehr aus Polen, wo die Differenzen zwischen Löw/Bierhoff und Zwanziger/Niersbach besonders deutlich zutage getreten waren, konnte die verhärteten Fronten nicht aufweichen. Bierhoff sieht sich zu Unrecht in die Ecke des Buhmanns gedrängt: "Es ist natürlich auch keine angenehme Situation für mich. Vor allem, weil ein Bild entstanden ist, was den Tatsachen überhaupt nicht so entspricht."

Löw arbeitet schon wieder
Während Löw am Montag in Arbeit flüchtete und sich mit seinen engsten Vertrauten aus dem Trainerstab zu einem WM-Workshop traf, versuchte Bierhoff als gescheiterter Verhandlungsführer der Nationalmannschafts-Fraktion, Signale für eine Deeskalation zu setzen. Das für eine Vertragsverlängerung zunächst eingeforderte Vetorecht bei der Bestimmung eines möglichen neuen Bundestrainers sei keine Bedingung für ein Weitermachen, sagte er dem "kicker", auch wenn er in dieser Frage weiter ein entscheidendes Wort mitsprechen will.

Inakzeptables Ultimatum
"Man muss es auch akzeptieren, dass der DFB seine Position hat", betonte Bierhoff. Vor den Kameras hob er nochmals das "nicht zu akzeptierende 48-Stunden-Ultimatum" der DFB-Oberen im Vertrags-Poker hervor, schloss jedoch an: "Das ist aber so passiert. Es ist unglücklich. Jetzt müssen wir versuchen, Ruhe reinzubringen und uns auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren." Zugleich räumte der ehemalige Salzburg-Stürmer auch eigene Fehler ein. "Natürlich würde man im Nachhinein versuchen, das eine oder andere anders zu präsentieren", erklärte Bierhoff. Es wäre verkehrt zu sagen, "man hat alles richtig gemacht".

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