26.12.2018 09:27 |

Zweiter Todesfall

Erneut Kind in US-Grenzhaft gestorben

Zum zweiten Mal in diesem Monat ist ein Kind aus Guatemala im Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörde gestorben. Ein achtjähriger Bub starb in der Nacht auf Dienstag in einem Krankenhaus im US-Staat New Mexico, in das er am Vortag eingeliefert worden war, wie die Behörde mitteilte. Während die guatemaltekische Regierung Aufklärung verlangte, kritisierten demokratische US-Politiker die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump.

Der Bub sei am Montag gemeinsam mit seinem Vater „unverzüglich“ in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem er mögliche Anzeichen einer Erkrankung gezeigt habe, erklärte die Grenzschutzbehörde in einer Mitteilung.

Die Mediziner hätten zunächst eine „einfache Erkältung“ diagnostiziert, doch später habe der Bub einen Fieberschub bekommen. Nachdem er eineinhalb Stunden zur Beobachtung im Spital behalten wurde, sei er entlassen worden. Er habe das Schmerzmittel Ibuprofen und ein Antibiotikum verschrieben bekommen.

Todesursache noch nicht bekannt
Am Abend des 24. Dezember habe der Bub jedoch unter Übelkeit gelitten und erbrochen. Er sei erneut ins Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er kurz nach Mitternacht gestorben. Die Todesursache sei noch nicht bekannt, erklärte die Behörde. Es werde eine „unabhängige und gründliche Untersuchung“ geben. 
Die US-Grenzschützer kündigten zudem eine medizinische Überprüfung aller Kinder in Haft an. Außerdem solle insbesondere die „Politik“ gegenüber Kindern unter zehn Jahren überdacht werden.

Den Angaben zufolge waren der Bub und sein Vater am 18. Dezember festgenommen worden, als sie die Grenze zwischen Mexiko und den USA überquerten, um in die texanische Stadt El Paso zu gelangen. Am 23. Dezember wurden sie demnach zum Posten der Grenzpolizei in Alamogordo in New Mexico gebracht.

Mädchen in US-Grenzhaft verdurstet
Nach dem Tod des achtjährigen Buben forderte Guatemalas Außenministerium eine „transparente und ernsthafte Untersuchung“ des Falls. Von den US-Behörden seien medizinische Berichte angefordert worden, um die Todesursache aufzuklären.

Erst am 8. Dezember war ein siebenjähriges Mädchen aus Guatemala im Gewahrsam der Grenzschutzbehörde gestorben. Medienberichten zufolge litt sie unter „Dehydrierung“ und einem „Schock“.

„Trump muss zur Verantwortung gezogen werden“
Der demokratische Senator Martin Heinrich, der New Mexico im Kongress vertritt, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Nachricht vom Tod des Achtjährigen breche ihm das Herz, mache ihn aber auch wütend. „Die Trump-Regierung muss zur Verantwortung gezogen werden für den Tod dieses Kindes und für all die Leben, die sie mit ihrem internen Chaos und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leben in Gefahr gebracht hat.“

Der demokratische Abgeordnete Marc Veasey sprach auf Twitter von einer „niederschmetternden“ Nachricht zu Weihnachten. Wieder sei ein Kind unter Aufsicht der Behörden gestorben.

Die demokratische Abgeordnete Nydia Velazquez forderte eine umfassende Aufklärung des Todesfalles. Die New Yorkerin forderte zudem „ein Ende der hasserfüllten, gefährlichen und einwandererfeindlichen Politik“ der US-Regierung.

Verschärfter Kampf gegen illegale Einwanderer
Der verschärfte Kampf gegen illegale Einwanderung aus Lateinamerika ist einer der Schwerpunkte der Politik von US-Präsident Trump. Die Praxis des US-Grenzschutzes, Kinder von an der Grenze aufgegriffenen Einwanderern von ihren Eltern zu trennen, hatte im Juni einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. Trump ließ dieses Vorgehen daraufhin beenden.

An seiner Forderung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, hält der Rechtspopulist vehement fest. Der Streit mit den oppositionellen Demokraten um die Finanzierung der Mauer hat zu einer Haushaltssperre geführt, die derzeit Teile des Regierungsapparats lahmlegt.

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