24.12.2018 09:39 |

Zusammenstöße in Paris

Polizist zieht Waffe gegen angreifende Randalierer

Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich sind am vergangenen Wochenende insgesamt zwar abgeflaut, doch an Brutalität haben die Zusammenstöße zwischen Polizei und Randalierern nicht verloren. So zog ein Polizist auf den Pariser Champs Elysees sogar seine Waffe, als er und Kollegen unter anderem mit einem E-Roller attackiert wurden. Präsident Emmanuel Macron rief am Sonntag zur „Ordnung und Eintracht“ auf.

Am sechsten Protestwochenende der „Gelbwesten“ in Frankreich in Folge war die Zahl der Demonstranten weiter zurückgegangen. Landesweit zählte die Polizei am Samstag knapp 39.000 Demonstranten, nach 66.000 am Wochenende davor. In Paris beteiligten sich rund 2000 Menschen an den Protesten, halb so viele vor einer Woche. Zum Vergleich: Zu Beginn der Proteste der „gilets jaunes“ Mitte November waren landesweit rund 282.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Mit Pflastersteinen und E-Roller attackiert
An Brutalität haben die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Randalierern unter den „Gelbwesten“ aber nicht verloren.
In Paris musste am Samstag ein Polizist seine Dienstwaffe ziehen, um sich und seine Kollegen vor einem Angriff zu schützen. Unter anderem Pflastersteine und ein E-Roller waren nach den Beamten geworfen worden, ein Polizist auf einem Motorrad wurde von einem der Angreifer umgeworfen.

Auf dem Montmartre stimmten rund 20 Demonstranten ein Lied des wegen antisemitischer Beleidigungen verurteilten Komikers und Aktivisten Dieudonne an. Die Polizei nahm landesweit 220 Menschen fest, darunter auch einen der Wortführer der Bewegung, Eric Drouet.

Macron-Puppe enthauptet, Journalisten eingekesselt und geschlagen
In Angouleme enthaupteten Demonstranten am Freitagabend symbolisch eine Macron-Puppe. An der französisch-katalanischen Grenze, wo sich auch Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung an den Aktionen beteiligten, wurden zwei Journalistinnen des Senders France 2 nach eigenen Angaben von „Gelbwesten“ bedroht, eingekesselt und geschlagen. Einer der Demonstranten hätte ihnen jedoch geholfen, unter einer „Flut von Beleidigungen“ zu entkommen, berichtete eine von ihnen der Nachrichtenagentur AFP.

Proteste forderten schon zehn Todesopfer
In Perpignan im Süden des Landes starb in der Nacht auf Samstag ein Autofahrer, als sein Wagen mit einem an einer Straßensperre stehenden Lastwagen kollidierte. Es war das zehnte Todesopfer am Rande der Protesteseit Beginn der Demonstrationen am 17. November.

Milliardenschwere Zugeständnisse der Regierung an Demonstranten
Das französische Parlament hatte am Freitag milliardenschwere Zugeständnisse des Präsidenten an die „Gelbwesten“ gebilligt. Sie sehen unter anderem mehr Geld für Mindestlohn-Bezieher und Entlastungen für Rentner und Arbeitnehmer vor. Dennoch hielten die „Gelbwesten“ an ihren Protesten fest.

Macron rief am Sonntag erneut zur Ruhe und Einigkeit auf. Das Land müsse sich jetzt ernsthaft den gemeinsamen Problemen widmen und die Spaltung überwinden, sagte der französische Präsident während seines Tschad-Besuchs dem Sender BFMTV. Gleichzeitig forderte er eine Bestrafung der für die Ausschreitungen Verantwortlichen.

„Es kommt nicht infrage, all das zu verharmlosen“
Premierminister Edouard Philippe reagierte harsch auf die jüngsten Vorfälle bei den Protesten. „Die Schein-Enthauptung des Staatschefs, die beispiellosen Angriffe auf Polizisten, antisemitische Gesten mitten in Paris - es kommt nicht infrage, all das zu verharmlosen“, erklärte Philippe auf Twitter.

Regierungssprecher Benjamin Grivaux sagte, hinter all dieser Gewalt stehe „ein Gesicht, feige, rassistisch, antisemitisch, aufrührerisch“.

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