24.12.2018 06:51 |

„Er ist der Mann“

Trump: Erdogan wird den IS in Syrien auslöschen

Der Befehl zum umstrittenen und völlig überraschend angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien (siehe auch Video oben) ist unterzeichnet. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump von vor wenigen Tagen, die rund 2000 Soldaten heimzuholen, stieß nicht nur bei Verbündeten der USA im Kampf gegen den IS auf Unverständnis, auch in den USA halten viele den Rückzug für verfrüht. Trump macht sich da offenbar keine Sorgen: Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan habe ihm zugesichert, die Dschihadistenmiliz vollständig zu besiegen.

„Das Dekret zu Syrien wurde unterschrieben“, sagte ein Pentagon-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP, ohne weitere Details zu nennen. Trump hatte am Mittwoch überraschend den vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien angekündigt. Er hält den Islamischen Staat für „weitgehend besiegt“ und will die rund 2000 US-Soldaten aus Syrien deswegen abziehen.

Erdogan „ist ein Mann, der das schaffen kann“
Die weitere Verantwortung trage nun die Türkei: „Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, hat mir vesichert, dass er, was immer noch von dem IS in Syrien übrig ist, auslöschen wird. Er ist ein Mann, der das schaffen kann - und: Die Türkei ist ja genau ,nebenan‘. Unsere Truppen kommen nach Hause!“, twitterte Trump.

Anders als bei vielen westlichen Verbündeten wird Trumps Ankündigung in der Türkei begrüßt. Am Sonntag besprachen Trump und Erdogan den US-Rückzug in einem Telefonat. Nach Angaben des türkischen Präsidialamtes vereinbarten beide Präsidenten dabei „eine Koordinierung zwischen dem Militär, Diplomaten und anderen Regierungsvertretern ihrer Länder sicherzustellen, um ein Machtvakuum zu verhindern“.

Zuvor hatte Trump auf Twitter geschrieben, er habe mit Erdogan „ein langes und produktives Telefonat“ geführt und darin „den langsamen und höchst koordinierten Abzug der US-Truppen“ aus Syrien besprochen.

Ankara bekommt durch einen Abzug der US-Soldaten freie Hand im Kampf gegen kurdische Rebellen in Syrien. Die US-Armee hatte im Kampf gegen den IS mit kurdischen Milizen zusammengearbeitet.

Verteidigungsminister geht
In den USA halten den Abzug viele für verfrüht - selbst Mitarbeiter der Regierung. Nur einen Tag nach Trumps Bekanntgabe kündigte US-Verteidigungsminister James Mattis seinen Rücktritt an.

Der 68-Jährige wollte eigentlich bis Ende Februar im Amt bleiben, um eine geregelte Übergabe an seinen Nachfolger zu ermöglichen. Trump beschleunigt die Ablösung nun aber: Am Sonntag gab er bekannt, dass Mattis mit Jahreswechsel von dessen bisherigem Stellvertreter Patrick Shanahan an der Spitze des Ministeriums abgelöst wird.

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