Do, 21. Februar 2019
20.11.2018 14:34

Volt statt V8

Ford Mustang Electric: Diese Legende elektrisiert

Sie riechen nach Öl und Benzin, sie röcheln und blubbern böse und sie pusten zudem reichlich CO2 in die Atmosphäre: Historische Mustangs aus den 60er-Jahren sind Objekte der Leidenschaft, aber aus Umweltsicht echte Problemfälle. Ein junges Unternehmen aus England ersetzt jetzt den herrlichen V8 durch Elektroantrieb.

Charge Automotive will die Muscle-Car-Ikone zum sauberen und zudem antrittsstarken E-Mobil umbauen. Ein Exemplar ist bereits entstanden, 498 weitere sollen folgen, die dann zahlungskräftigen Kunden zum Kauf angeboten werden.

Die ursprüngliche und unvermindert sehenswerte Außenhaut des Oldtimers bleibt bei diesem Umbau nahezu unangetastet. Allerdings werden unter anderem zeitgemäße Front- und Heckleuchten sowie ein spezieller Kühlergrill mit dem Markenlogo von Charge montiert. Entscheidender ist jedoch der Fortschritt unter der Haube, denn statt eines mächtigen V8 kommen mehrere Elektromotoren mit einer Leistung von insgesamt 300 kW/408 PS und 1200 Newtonmeter Drehmoment zum Einsatz.

Mit dieser Kraft soll das E-Mobil aus dem Stand in gut drei Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Das qualifiziert den Umbau zum bislang antrittsstärksten straßenzugelassenen Mustang. Die Kombination aus mehreren Motoren erlaubt verschiedene Antriebsmodi. Per Knopfdruck kann der Fahrer zwischen Front-, Hinterrad- oder Allradantrieb wählen. Relativ gering ist hingegen die Reichweite. Das 64-kWh-Batteriepaket soll für rund 200 Kilometer pro Ladung gut sein.

Bei der Konversion zum E-Mobil wird auch der Innenraum modernisiert. Unter anderem montiert Charge Automotive ein digitales Kombiinstrument und einen großen Touchscreen in der Mittelkonsole. Eine Schaltkulisse wird es nicht mehr geben. Stattdessen wählt der Fahrer per Fingerdruck auf dem Touchscreen zwischen Vorwärts- oder Rückwärts-Fahrmodus.

Bereits jetzt nimmt Charge Automotive für den E-Mustang Reservierungen entgegen. Wer sich ein Fahrzeug sichern will, muss umgerechnet rund 5600 Euro anzahlen. Der endgültige Kaufpreis liegt bei mindestens 225.000 Euro. Charge Automotive plant zwischen März und September 2019, in einigen Metropolen in Europa, Asien und den USA Testfahrten anzubieten. In Europa sind Events in London, Paris, Mailand und München vorgesehen. Erste Kundenfahrzeuge sollen ab Herbst 2019 ausgeliefert werden.

(SPX)

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