30.10.2018 18:08 |

Land unter

„Nur ein Wort an alle Helfer: Danke!“

„Land unter“ in ganz Kärnten: Die Drau trat in Villach über die Ufer, in Möllbrücke wurden Sandsäcke geschleppt, einige Häuser in Feistritz an der Gail mussten evakuiert werden und und in Möderndorf drohte ein Damm zu brechen - diese Orte stehen stellvertretend für so viele im ganzen Land. Erleichterung und Dankbarkeit für die freiwilligen Helfer ist allgegenwärtig.

Von 1,5 auf 6,3 Meter ist die Gail zwischen Feistritz und Nötsch gestiegen. Die Wassermassen spülten Siloballen, Äste, ganze Bäume und sogar tote Schafe und Kühe an. „Wir können nur ruhig abwarten und hoffen, dass der Damm nicht bricht“, so der Feistritzer Bürgermeister Dieter Mörtl.

Schon einmal ist Albert Rogy (85) Opfer des Hochwassers geworden: „Bis in den ersten Stock reichte uns das Wasser damals! Dieses Mal hatten wir echt Glück“ In Möderndorf wurde gestern der Zivilschutzalarm ausgerufen, die Bewohner mussten in den oberen Stockwerken ausharren.

Mitgeholfen haben auch Hund „Bruno“ und Tochter Claire (15), als der Hof ihrer Eltern in Möllbrücke vom Hochwasser bedroht war. Die Arbeit mit den Sandsäcken ist zwar anstrengend, dafür gibt es aber eine Woche schulfrei. Claire: „,Bruno‘ wurde vom Regen überrascht und hat sich im Haus versteckt.“

So unterschiedlich kann sich die Natur präsentieren: Während die Bäume in bunten Farben die schönen Seiten des Herbstes zeigen, fehlte den Wassermassen nur wenig bis zur Unterkante der Draubrücke zwischen Nikolai- und Hauptplatz. Mit 1100 m ³/ Sekunde wurde HQ10 überschritten, das zehnjährliche Hochwasser.

Der liebevoll angelegte Garten von Martin Gasser in Sachsenburg wurde am Dienstag innerhalb kürzester Zeit überschwemmt. Der 77-jährige Pensionist nimmt es aber gelassen: „Als ich in der Früh hier war, sah man noch nichts, dann war es plötzlich voll. Ist nicht so schlimm, der Salat braucht das Wasser eh.“

Ganz schimm hat es auch die Fischzucht Zerza der Familie Sonja Trojer in Waidegg im Gailtal erwischt. Das gesamte Gelände mit den Fischbecken wurde überschwemmt.

Die Rodelsaison ist eröffnet - zumindest auf der Turrach, wo die rasch kälter werdenden Luftmassen den Dauerregen in Schnee verwandelten. Vor dem Hotel Hochschober wurde gleich einmal der Schlitten aus der Garage geholt, mit Ballerinas im Schnee dürfte es aber kalt gewesen sein.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 09. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)